Lesetip für alle

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„Die Mutter der Erfindung“ von Katrine Marcal

Urlaubszeit ist Lesezeit, zumindest dieses Mal. Ich habe freie Zeit, während mein Kind sich auf der Skipiste tummelt. Zur Vorbereitung auf den Urlaub sortierte ich den Stapel mit den ungelesenen Büchern durch und nahm unter anderem dieses mit.

„Die Mutter der Erfindung“, klingt richtig verheißungsvoll. Und dann der Untertitel „Wie in einer Welt für Männer gute Erfindungen ignoriert werden“. Dafür lasse ich doch glatt einen Roman zu Hause, dieses Buch klingt spannender. Und das ist es dann auch, zumindest in meinen Augen die ersten 60 % Prozent oder so.

Ich erfahre die Geschichte des „Rollkoffers“, auch ich nahm einen in den Urlaub mit, noch einen alten mit nur zwei Rollen. Statt heutzutage vier. Total interessant die Entwicklung und der Grund, warum die Erfindung nicht schon deutlich früher ihren Siegeszug antrat. Wusstet Ihr, meine Leserschaft, dass damals, so anno dazumal, nicht nur der Diesel bzw. Benzinmotor erfunden wurde, sondern auch ein Elektroauto?? Wusste ich auch nicht. Und warum setzte sich das Elektroauto nicht durch, sondern wird erst heute im Grunde zum zweiten Mal erfunden? Weil es unmännlich war, ein Elektroauto zu fahren! Das Elektroauto wurde als Zweitwagen für Frauen beworben, also nix für echte Kerle. Die Autos für Frauen waren ein Nischenprodukt, welches dann ganz schnell ausstarb. So einfach kann es mit Erfindungen sein.

Mitgenommen hat mich die Geschichte der Erfindung des Rollators, der Schwedin Aina Wifalk, die an Kinderlähmung erkrankt war und den unbändigen Wunsch hatte auf Reisen zu gehen. Aber wegen ihrer Gehbehinderung war dies erst möglich als sie die Möglichkeit schuf, sich ab und zu hinsetzen zu können, den ‚Rollator‘ erfand. Verkauft hat sie ihre Erfindung übrigens für einen „Hungerlohn“, denn Frauen haben immer noch keinen Zugang zum Wagnis-/Risikokapital. Auch dieser Begriff und die Geschichte dahinter wird erläutert.

Die Autorin blickt über die Gegenwart hinaus in die Zukunft. In eine Zeit, in der Maschinen einen Teil unserer Arbeit übernehmen, im Büro, Kurierfahrten etc. Wer wird dann arbeitslos? Welche Berufe und Bereiche sind momentan noch nicht digitalisierbar, Menschen durch einen Computer oder Roboter ersetzbar? Care – Pflege, ja, ein typisch weiblicher Beruf! Aber wie lange noch? Was passiert, wenn wir anfangen uns von dem Dogma Technik = Mann und alles andere = weiblich zu trennen? Was bedeutet dies für unsere Zukunft? Die Zukunft der Erde? Da wird „Denken“ neu erfunden, finde ich, manches war und ist mir im ersten Denkdurchgang noch zu abstrakt, aber ich bin ja auch geprägt durch meine männliche Umwelt😉

P.S.: Die ersten „Computer“ waren in der Mehrzahl weibliche Wesen! Hilfskräfte, die immer wiederkehrende Berechnungen, z.B. für die Astronomie, im Auftrag von Mathematikern durchführten. Unnützes Wissen zum Angeben, heute gratis 😊