Gender Empathy Gap ?!

„Harte“ Arbeit

25. Juni 2022

Frauenversammlung

10. Juli 2022

„Harte“ Arbeit

25. Juni 2022

Frauenversammlung

10. Juli 2022

Draußen scheint die Sonne, es ist deutlich wärmer als vorhergesagt, vielleicht kommt es mir auch nur so vor. Irgendwie war der Tag bis hierher nichts, zumindest gefühlt. Obwohl ich schon bestellte Bücher abholte, dieses Mal auch welche mit Mord und Totschlag vom Autor F. Paul Wilson, ich habe gerade die „Handyman-Jack“ Reihe wiederentdeckt, und aus dem Antiquariat das eine und andere feministische. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich diese im Februar oder noch früher bestellte, und die Buchhandlung hatte sie auch irgendwie vergessen…

Die letzte Woche war ich total beschäftigt mit meinen Buchprojekt „Tagebuch einer Witwe“ oder so ähnlich, das wirkt noch nach. Aber bis der potentielle Lektor sich durch die Buchstaben gekämpft hat ist Zeit für was anderes. Was anderes? Was denn? Bamberger Symphoniker? Ich bin der Werbung gefolgt und habe mir kurz entschlossen ein Abo für die nächste Saison gekauft. Ich kann das selbst noch gar nicht glauben. Ich? Klassische Musik? Aber da ich ja keine Ahnung oder Wissen brauche, damit mir Musik gefällt oder eben auch nicht, mutig voran. Hoffentlich vergesse ich die Termine nicht. Was anderes? Woher nehmen und nicht stehlen? Fahrrad fahren? Am Samstag war ich mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs, war nichts los, gut geschafft, die wenigen Kilometer, nur zuletzt, beim Runterbringen des Fahrrads in den Keller fast die Treppe runtergefallen, puh, ging gerade noch einmal gut. Und wie bekomme ich das Fahrrad jetzt wieder hoch? Hm, okay, erstmal hier in die Tasten gehauen, die Gedanken um das Fahrrad mache ich mir später.

Etwas anderes? Gender Empathy Gap zum Beispiel? Empathielücke: Nachdem ich mich geoutet habe, dass ich mit dem Begriff trotz „Googeln“ nicht so viel anfangen kann, bekam ich zwei Links zugeschickt. Der eine, der erste, ließ mich nach dem Lesen total verwirrt zurück, Auszug siehe oben. Ich meine entweder bin ich soo begriffsstutzig oder aber der Link taugte nichts. Frauen suchen den Fehler meistens bei sich selbst, mir erging es nicht anderes. Alkohol und Sex auf der Rückbank, wo ist da die Lücke? Zwei 18-jährige Männer sitzen vorne im Auto und auf der Rücksitzbank verhalten ältere Frauen sich ungehörig. Die Männer gehen zur Polizei, in meinen Augen korrektes Verhalten.  Besteht die Empathielücke darin, dieses Ereignis überhaupt zu einem Artikel, einer Story hochzuspielen? Was soll mir dieser Text sagen?

Lesen bildet, manchmal. Hier mich nicht! Oder ist, nachdem ich mich tatsächlich ein paar Tage mit diesem Artikel beschäftigte, das Ganze vom Versender des Links eine „sexuelle Belästigung“ meinerseits? Fühle ich mich durch die Geschichte unangenehm berührt? Ja, weil sie für mich nicht wirklich aufgelöst wird. Da ist zum einen der reine Text, der Zeitungsartikel und zum anderen der Hinweis vor dem Link: „Weil Sie ja den Gender Empathy Gap nicht verstehen, hier ein Paradebeispiel:“
Neben mir liegt der Screenshot mit einer Definition von Gender Empathy Gap: Der Gender Empathy Gap ist die Behauptung, dass Menschen in einer ähnlichen Situation wahrschein mehr Empathie für ein Geschlecht empfinden als für ein anderes Geschlecht. Behauptung?! Heißt das, den Gender Empathy Gap gibt es wissenschaftlich gar nicht? Ist es nicht Konsens, dass wir Menschen nie wirklich neutral sind und immer den einen oder die andere oder das dritte bevorzugen? Ja, aber…
Ein bisschen kann ich die Definition schon verstehen, wenn ich an den Ukraine-Krieg denke. Da gilt mein Mitgefühl tatsächlich mehr den geflüchteten Frauen und Kindern (Geschlecht egal) als den an der Front kämpfenden Männern.  Mir sind sowohl ukrainische Männer als auch ukrainische Frauen fremd und doch schlage ich mich ganz deutlich, wenn auch unbewusst, bis eben zumindest, auf die Seite der Frauen. Dabei ist doch „Leid“ Leid. Verwundet ist verwundet, frieren ist frieren und dasselbe gilt für Hunger, obdachlos etc. Hätte ich so ein Beispiel zugeschickt bekommen, dann hätte es viel früher „Klick“ gemacht.  

Und jetzt fallen mir noch mehr Beispiele ein, eigene, was mit dem Gender Empahtie Gap gemeint sein könnte. Polizisten fahren zu einem Einsatz, Vorgabe der Zentrale „häusliche Gewalt“. Die Polizisten werden im Regelfall davon ausgehen, wenn sie Mann und Frau antreffen, dass die Frau das Opfer ist. Kann, muss aber nicht zwingend sein! Auch Männer sind Opfer häuslicher Gewalt, es gibt nicht umsonst einen „Männerbeauftragten“ in der Stadt Nürnberg. So betrachtet hatten die jungen Männer in dem besagten Zeitungsartikel noch Glück, dass die Polizei nicht gegen die Männer ermittelte…

Alles irgendwie heute nicht mehr so einfach wie früher. Aber wollen wir als Gesellschaft das denn? Zurück in die Vergangenheit, früher war alles besser, als die Rollen noch stereotyp fest verteilt waren? Wollen unsere Männer das? Immer in der Rolle des Ernährers stecken, stark und tapfer sein müssen, weil „Jungs weinen ja nicht“ und „Indianer kennen keinen Schmerz“? Wollen wir, dass die Frauen, so wie die AFD das will, wirklich nur noch die 3 K’s kennen? Küche, Kirche, Kinder? Obwohl: „Kirche“ scheint bei dieser Partei überflüssig zu sein.
Und das bringt mich zu einer alten Frage zurück: In welcher Welt wollen wir leben? So wie in Amerika? Keine Abtreibung mehr, kein Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper, Entstehungsgeschichte abgeleitet aus der Bibel, rechter Mob statt Demokratie, blutige Massaker an vielen Ecken, weil alte verfassungsmäßige Rechte nicht rechtzeitig an die Neuzeit angepasst wurden. Wollen wir das? Wollen wir von Typen wie Trump, Putin oder Erdogan, die Liste ließe sich beliebig forstsetzen, nur sind keine Frauen darunter, regiert werden?

Nein, ich nicht! Und was ist mit Dir?