Equal Pay Day – alles ein Irrtum?

Visitenkarte

28. Mai 2022

Lob oder Mahnung?

6. Juni 2022

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Lob oder Mahnung?

6. Juni 2022

Zu meinem letzten Blogeitrag erreichten mich die folgenden Links:

https://www.heise.de/tp/features/Ten-Years-Gender-Pay-Gap-Mistake-Ein-Irrtum-wird-zehn-Jahre-alt-3652060.html

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Gender_empathy_gap

Da ich neugierig bin, habe ich mir beide natürlich angeschaut. Mit dem zweiten Link kann ich nicht wirklich etwas anfangen, aber vielleicht kommt die Erkenntnis ja später oder ich werde bei der Ideenfindung „unterstützt“. Das meine ich übrigens ernst, Diskussionen bringen mich oft weiter, den Status quo aufrecht zu halten, halte ich nicht für erstrebenswert.

Der Link 1 gehört zu einem Artikel in der Online-Zeitschrift Telepolis und stellt, meinem Verständnis nach, die These auf, dass mit dem Gender Pay Gap alles ja nicht so schlimm sein. Nein, so wird das dort natürlich nicht geschrieben, es wird auf Studien verwiesen, auf falsche Berechnungsgrundlagen, auf eine unzureichende Datenmenge, auf die „bereinigte“ Lohnlücke zwischen Männern und Frauen.

Und mittendrin der Satz „Männer verdienen weniger als Männer“, da kamen mir dann auch schon fast die Tränen. Aber nur fast. Der Artikel ist so per se nicht falsch, aber meiner Kenntnis nach auch eben nicht richtig! Getreu dem Motto: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst erstellt hast.

Ja, es gibt „bereinigte“ Lohnlücken, bzw. Berechnungsrundlagen für „bereinigte“ Lohnlücken, nach denen der Unterschied zum Beispiel im Jahr 2017 zwischen Männern und Frauen nicht mehr 21 % betrug, sondern weniger. Der Gender Pay Gap ist im öffentlichen Dienst tatsächlich nicht so groß, wenn auf die reine Gehaltsstruktur abgestellt wird. A9 ist A9, egal ob dieses Gehalt ein Mann oder eine Frau bezieht. Aber gibt Unterschiede, wenn es darum geht, wie lange Männer und Frauen z.B. auf die Endstufe A9 Z im mittleren Dienst warten müssen. Oder wenn ich mir in meinem Amt die Führungsebene anschaue, dann sind Frauen im höheren Dienst, gemessen an der Anzahl der weiblichen Beschäftigten insgesamt, deutlich unterrepräsentiert. Gleiches gilt für Sachgebietsleiterinnen im gehobenen Dienst.

Den Gleichstellungsbericht, der auch im Fachbereich Finanzen alle 3 Jahre veröffentlicht wird, enthält immer noch mehr Seiten mit Analysen und Informationen als für den einfachen Satz „Die Gleichstellung von Männern und Frauen wurde in der Bayerischen Finanzverwaltung erreicht“ notwendig wäre! Bedauerlich, dass dieser Satz im Jahr 2022 immer noch nicht geschrieben werden kann.

Zurück zum Artikel: Interessant, zwang mich dazu mich gedanklich mit dem einen und anderen Satz auseinanderzusetzen, mit meinen Erfahrungen und den anderer Frauen zu vergleichen, ihn nicht von vornherein als „Blödsinn“ abzutun, aber auch kritisch zu hinterfragen. Ich habe dann „Telepolis“ gegoogelt, nachdem ich im Artikel selbst keinen Autor finden konnte. Vorsichtig ausgedrückt ist diese Zeitung in den Bereich „Alternative Medien“ einzuordnen. Möge sich jeder Lesende hierzu eine eigene Meinung bilden.