So sieht Feminismus aus

Oeko-Test

17. August 2022

Die Einladung

28. August 2022

Oeko-Test

17. August 2022

Die Einladung

28. August 2022

von Lucy Delap

Dieses Buch ist der Hammer 🔨.

Ja, geeignet aufgrund der Seitenzahl und Dicke kleine Nägel in poröse Wände zu schlagen 😄

Ich finde es unglaublich interessant, sehr vielseitig und vielschichtig.

Manches Mal war es zuviel Input, ich musste es weglegen bzw. ein anderes Buch darüber, dort auf dem Tisch, wo es seit Wochen geduldig auf mich wartete.

Was haben Feministinnen in den letzten Jahrhunderten alles „angestellt“, was für phantasievolle Aktionen waren dabei: Sich selbst frankiert als Post dem Premierminister in der Dowing Street durch die Postbedienstete zustellen zu lassen! Annahme verweigert, wen wundert’s?!

Umwidmung von Gegenständen, z.B. dem Spekulum. Frauen meines Alters wissen noch, wovon ich schreibe. Ein Instrument, welches gegenüber Frauen bei Zwangsuntersuchungen als „Waffe“ eingesetzt wurde, umgewidmet als Mittel zur Selbsterkennung/Selbstbegutachtung. Klasse. Ein Beispiel von vielen.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel eingeteilt, z.B. Mode, Räume, Träume, Gefühle etc. Spannender Ansatz. Es wird die internationale Verschiedenartigkeit genauso aufgezeigt wie die Gemeinsamkeiten herausgearbeitet. Feminismus war nie nur „weiß“ oder europäisch!

Ich habe aus der Lektüre viel mitgenommen, über einiges darf ich noch nachdenken, anderes später noch einmal nachschlagen.

Gleichzeitig las ich an anderer Stelle im Haus das Buch „Der Weiblichkeitswahn oder die Selbstbefreiung der Frau“ von Betty Friedan aus dem Erscheinungsjahr 1966 in Deutschland. Überschneidungen nicht zufällig, denn Betty Friedan war Gründerin der National Organisation for Women in Amerika, eine Frau, an der frau im Feminismus nicht vorbei kommt, wie ich inzwischen weiß.

Aber was wird in dem Buch, der Taschenbuchausgabe mit Minischriftgröße auf über 240 Seiten beschrieben? Verhältnisse in Amerika in den 1950ern, als halbwegs gebildete Frauen nur ein Ziel hatten: Mann und Kinder. Ein Ziel, welches ihnen von allen Seiten eingebleut wurde, ein Ziel, welches bei Erreichen im Regelfall die Frau unglücklich machte, weil sie ein Sinn entleertes Dasein führte.

Oder wie heißt es so treffend an einer Stelle: Hausarbeit lässt sich nicht beliebig wie ein Gummiband dehnen! Berufsziel „Nur Hausfrau“ ist eben eindeutig zu wenig ist.

Erschreckend finde ich die Parallelen zu heute. Wo auch im Jahr 2022 es für viele Frauen mit relativ gut verdienenden Ehemännern keine Frage ist, nach der Geburt des Kindes zu Hause zu bleiben, auf die Dauer der Ehe zu vertrauen, ein eigenes Konto zugunsten eines Gemeinschaftskontos aufzugeben und und und.

Waren denn alle Anstrengungen der Feministinnen vergeblich?🤷🤷🤷