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7. August 2022
Oeko-Test
17. August 2022Manchmal beginnt ein Blog mit dem Text, dem Thema, selten mit der Überschrift. Dieser ist einer der Ausnahmen. Ich habe nicht viel zu erzählen, es müssen ja auch nicht immer viele Buchstaben und Zahlen sein, aber „Blablabla“ geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Dem liegt ein schon fast vergessenes Ereignis zu Grunde, schon lange her, aber irgendwie doch noch nicht abgearbeitet.
Momentan streife ich abends und nachmittags durch „meine“ Stadt, versuche mich schlau zu machen, was es wo gibt. Wie ich am besten von A nach B und wieder zurückkomme. Und wo ich gut essen kann. Das ist mir wichtig. Die Lokation muss einige Kriterien erfüllen, manches selbstverständlich, anderes einfach nur individuell.
Ich möchte meistens ein vegetarisches Gericht, das ist heutzutage nicht mehr sooo schwierig wie damals als ich nach Unterfranken zog. Und nein, Salat zählt nicht. Aufmerksamen Service, das ist schon deutlich schwieriger, es fehlt in der Gastronomie fast überall an Personal, okay, da kann ich Abstriche machen. Gut sitzen möchte ich auch, also eine Bierbank ohne Lehne, geht für mich gar nicht mehr, auch nicht an einer belebten Hauptstraße, nö, muss ich nicht, solange ich es mir aussuchen kann. Und ich möchte als Einzelperson auch keinen „Katzentisch“ irgendwo in der Ecke kurz vor den Toiletten oder der Küche. Ich bin keine Gästin 2. Klasse, nur weil ich als singuläre Frau unterwegs bin.
Bei meinen Streifzügen komme ich rum, um eine Pizzeria machte ich bisher stets einen großen Bogen, bis, ja bis es mir im Zusammenhang mit „Blablabla“ beim Putzen wieder einfiel: Dort waren, damals, anno dazumal die Toiletten interessant beschriftet: „Bla“ und „Blablabla“. Es dauerte sehr lange bis bei mir der Groschen fiel. Nicht lustig, eher deprimierend diese Art der Beschriftung von Damen- und Herrentoiletten. Im Grunde wird damit nur ein altes Vorurteil aufgenommen, dass Frauen viel reden, viel Müll reden. Ist das wirklich witzig? Frauen reden viel und nur Blödsinn? Männer wenig und gehaltvoll? Sprecht doch einfach die Worte mal aus: „Blablabla“ und „Bla“ da werden doch Akzente gesetzt. Ganz deutlich!
Und nein, die Kurz-Richter hat keinen Schuss, und klar, es gibt ernstere Themen wie Energiekrise und Ukrainekrieg, aber müssen wir deswegen über vermeintliche Kleinigkeiten hinwegsehen?
Ist es im Jahr 2022 noch zeitgemäß, wenn in Verfügungen meines Arbeitgebers sinngemäß am Anfang steht: Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir nur die maskuline Form, alle anderen sind mitgemeint? Die Amtssprache ist Deutsch, ja, aber nicht Deutsch und Maskulin! So steht es nicht in § 23 VwVfG oder § 87 AO! Wenn schon wegen der angeblichen besseren Lesbarkeit nur ein Geschlecht im Sinne von Genus verwendet wird, warum nehmen die Verfasser und Verfasserinnen dieser Verfügungen nicht einfach mal die weibliche Form? So zur Abwechslung? Amüsant? Nein, glaube ich nicht. Ungewohnt sicher. Ich denke mehr als ein Mann wird sich ausgegrenzt vorkommen und unwohl fühlen, aber das geht uns Frauen schon seit Jahrhunderten so.
=>Zeit für einen Paradigmenwechsel! Sofort!




