
Uiguren
12. Juni 2022
Vb -Verhandlungsbasis
16. Juni 2022Einfach mal was anderes, nix Feministisches, kein Liebesdrama, keine Leichen im Keller oder im Garten.
Eine Leiche gibt es allerdings doch, Hüseyin, der gleich im ersten Kapitel an einem Herzinfarkt stirbt. Heftig für mich, daran starb mein Mann ja auch. Trotzdem las ich weiter und wurde mit einer für mich sehr interessanten Geschichte belohnt.
In den folgenden Kapiteln kommen die Kinder und die Ehefrau zu Wort. Spannend. Geschichte. Deutsche Geschichte, auch. Denn wie der Name Hüseyin nahe bringt, handelt es sich um die Geschichte von Türken, Türken in Deutschland. Gastarbeiter. Gastarbeiter-Familie. Gebraucht, ja, gerufen auch, aber ohne Willkommenskultur, ohne Plan für Integration.
Türken oder Kurden? Spielt das für das Fremd und Anders sein eine Rolle? Für das Leben zwischen den Welten? Hier im Buch schon. Gastarbeiter und ihre Familien, ein Kapitel auch deutscher Geschichte, über das wir nicht oder zu wenig reden.
Das Buch gibt Einblick in ein Familienleben, eins von vielen. Eine Variation, auch andere sind denkbar, abhängig von Zeit und Ort.
Das Buch animierte mich zum ständigen Weiterlesen, hatte ich so nicht erwartet. Ich kaufte es, weil mir der Titel und die Beschreibung auf der Rückseite gefielen. Erst nach dem Kauf erklärte mir meine Münchener Freundin, dass es um dieses Buch einen „Hype“ gäbe. Vielleicht ist es inzwischen auch ein Spiegel-Bestseller, keine Ahnung. Auf ihre Frage heute, gab es für mich nur eine Antwort 👍
Das Buch bietet weder Lösungen für die anskizzierten Probleme noch ein klassisches Happyend. Sei es drum.





