
Siria
17. November 2024
Maria
21. November 2024Mandat niedergelegt
Am Sonntag kam ja „Siria“ bei mir vorbei , siehe die vorher gehende Geschichte. Und zu meiner großen Überraschung hatte sie eine weitere „Aufgabe“ im Gepäck. Das Loslassen meiner Personalratstätigkeit.
Schwierig. Seit Monaten rang ich mit mir. Kann ich etwas aufgeben, in das ich so viel Herzblut investiert habe? Soviel Zeit und Geld? Kann und darf ich meine Wählerinnen und Wähler enttäuschen?
Ja, ich kann und ich will. Loslassen, was seit sehr langer Zeit nur noch Qual ist. Sitzungen, in denen ich mir immer und immer wieder wie eine Ruferin gegen den Wind vorkam. Sitzungen, in denen meine Entscheidungen etwas zu zu tun oder nicht zu tun, z.B. beim Sommerfest aktiv mitzuhelfen, zu absolutem Unverständnis führten, zur explizit ausgesprochenen Ausladung. Zum kommunizierten Wunsch, dass ich dort an diesen Nachmittag keinesfalls erscheinen solle. Ein Beispiel von vielen.
Vorschläge, wie z.B. unsere Tätigkeit vielleicht dem aktuellen Jahr anzupassen, also so etwas wie Personalrat 2.0, bestenfalls Unverständnis generierten. Weil, das haben wir schon immer so gemacht…
Mag sein, und in meinen Augen schlimm genug, dieses „das haben wir schon immer so gemacht“. Ich war angetreten um etwas zu verändern. Ist es mir gelungen, wenigstens im Nano-Bereich? Ich habe da so meine Zweifel. Plural. Mehr als einen.
Meine Kraft ist endlich. Und ich brauche sie inzwischen für mich selbst. Für Sachen, die Spaß machen und keine Quälerei sind. Zum Beispiel für die „Froschkönigin“, meinen Literaturpreis.
Und sie, die Fröschin, wäre unmöglich gewesen ohne den Wahlkampf zur Personalratswahl 2021. Erst die Kandidatur zeigte mir zum ersten Mal meine Stärken auf!
Die Website hier mit den Beiträgen, eine Möglichkeit aus meinem Leben zu erzählen, Bücher vorzustellen, Meinungen zu äußern, gelesen zu werden. Zu erkennen, dass ich etwas zu sagen habe, was es wert ist, gehört zu werden! Ein Buch zu schreiben, zu veröffentlichen, und ja, am Ende einen Literaturpreis zu stiften.
Kein Blick zurück im Zorn, nein, aber auch keine Dankbarkeit für das Erlebte, dort im Personalrat. Dort, wo ich so sehr hin und rein wollte. Und ich mir dann als ich dort war mit meinen Ansichten und Einstellungen so unglaublich fremd vorkam. Tja. Vorbei. Gut so. Als ich den Brief mit der Mandatsniederlegung am Sonntag tatsächlich in den Briefkasten des Finanzamtes fallen ließ, durchströmte mich unendliche Erleichterung. Es ist vorbei.
Ich werde jetzt da tätig, wo ich und meine Ansichten, Ideen und so vieles mehr geschätzt werden. Ich bin frei. Frei von dem Zwang Dinge bis zum Ende durchführen zu müssen. Denn wer A sagt, muss eben nicht B sagen. Dieser Glaubenssatz ist schlicht falsch.
Von welchem Deiner Glaubenssätze solltest Du Dich trennen? Was aufgeben, was nur noch eine Last ist? „Feel free“ ist mehr als ein Spruch, es ist der Beginn eines etwas anderen Lebens!




