Siria

Manche Tage sind anders
8. November 2024
Vorbei
19. November 2024
Manche Tage sind anders
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19. November 2024

Wider das eigene Unglücklichsein

Schon seit Tagen, inzwischen eher Wochen, war Siria auf dem Weg zu mir. Natürlich ist Siria nicht ihr richtiger Name, denn den vergesse ich immer wieder. Also taufte ich sie in Gedanken „Siria“. Klingt gut. Nach Sonne, nach Licht.

Und genau das ist die Aufgabe dieser Schatten-, ähm Lichtgestalt: Licht in den Nebel und manchmal auch Dunkel meiner Gedanken zu bringen. Mir aufzuzeigen, ob und wenn ja, ab wann ich mich vielleicht verrannt habe. Vom Weg abgekommen bin. Mich selbst nicht mehr finden kann im Grau meiner Gedanken. In der Dämmerung der Dunkelheit, dem kein Morgengrauen folgt.

Ich brauchte Hilfe, eine meiner Entscheidungen im Rahmen des „Ayla Richter Froschkönigin-Awards“ hatte mich unglücklich gemacht. Ich sah mich um im Grau meiner Tage, auch draußen im echten Leben herrschte mehr Nebel als sonst um diese Jahreszeit. Wo war die Sonne? Wo war Siria, meine heimliche Helferin? Ich suchte und suchte, immer verzweifelter. Ich ließ meine verbleibende Energie, von Tag zu Tag weniger werdend, in alle Richtungen fließen, auf der Suche nach ihr. Nach Siria, meinem Stern, dem Kompass, der mir die „richtige“ Richtung und damit Entscheidung zeigen soll.

Es hätte nur noch gefehlt, ein Opfer zu bringen. Als ob so etwas Archaisches etwas nützen würde. Verzweiflung, Unglücklichsein.

Und dann kam sie doch noch aus den Tiefen meines Selbst, gestern Abend sah ich ihr Licht schon schwach leuchten und heute Morgen war sie da: Siria und mit ihr die Erkenntnis, dass es nur ein wenig Mut braucht, um eine einmal getroffene Entscheidung zu ändern. Das es nicht schlimm ist, in die Irre zu gehen, sondern dort zu verharren.

Gemeinsam haben wir heute meine Angst bezwungen. Mir geht es gut, der Sonntag kann beginnen. Hey, da spitzt die Sonne doch tatsächlich durch die Wolkendecke.