
Gebärmutter
22. November 2023
Weihnachten
29. November 2023Sonne und Wolken
Es ist Sonntag, KW 47/2023, Zeit für einen Wochenrückblick statt Bügeln. Oder Spazieren gehen. Das Wetter, welches vor knapp einer Stunde fast nur aus Sonnenstrahlen bestand, wird zunehmend wolkiger.
Immer, wenn ich das Foto des Schals betrachte, schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen. Es war eine „Auftragsarbeit“, nachdem ich den Schal für meinen „Gelegenheitslover“ partout nicht hergeben wollte 😉
Die Farbauswahl. Lila und Rosa mussten zumindest partiell Verwendung finden. Die Qualität der Wolle. Und dann die Frage, ob das Teil noch rechtzeitig vor meinem Urlaub fertig werden wird? Was sagt der Empfänger? Negative Äußerungen sind ja per se bei einem Geschenk verboten. Und die Frage „Gefällt er Dir?“ habe ich wohlweislich vermieden. Ich wollte kein „nein“ oder etwas Ähnliches hören, denn dafür stecken dort zu viele Stunden Handarbeit und gute Wünsche drin. Als Lohn gab es Pralinees und Lebkuchen. Tja, guter Tausch aus meiner Sicht.
Stricken macht mir Spaß. Das Hantieren mit Wolle am Abend vor dem Fernseher verhindert, dass ich nasche. Meistens wenigstens. Gut für den Satz „Ich will so bleiben wie ich bin!“ Obwohl ich andererseits genau das nicht will: So bleiben wie ich bin. Das Leben ist Veränderung und Wandel, nicht Stillstand und „Status quo“
Mein Urlaub rückt näher und damit auch das Ende der „Reise nach Jerusalem“. Der Zimmertausch, bei dem es zwar für alle Stühle und Schreibtische gibt, aber eben nicht unbedingt alle in „Jerusalem“ stehen, sprich am Wunschort oder mit dem Wunschmenschen. Grundsätzlich ja eine gute Idee, dieses „Wünsch-Dir-was“, aber an Ende offenbarte es doch den einen und anderen Graben. Und Brücken, wo ich vorher nie welche vermutet hätte. Potenzielle „Sitznachbarn“ über deren Erscheinen ich mich unbändig freute. Deren auch nur angedachtes Auftauchen, bildlich gesprochen auf dem Platz neben mir, mich heute noch lächeln lässt.
Auch wenn der Stuhl plötzlich doch woanders steht. So wie es jetzt aussieht, wird es am Ende nahezu für alle passen. Was für sich genommen fast schon wieder ein Kunststück ist. Und zeigt, wie sehr in meiner Stelle versucht wird ein „Miteinander“ zu leben.
Dass dies nicht überall so ist, wurde mir mehr als deutlich gemacht bei einer dieser berühmt-berüchtigten „Teambildungsmaßnahmen“. Da war ich plötzlich die Ausgegrenzte, die Paria, die, die die unbedingt nicht mitkommen soll, wenigstens aus Sicht einer Person. Das Motto „Sie oder ich!“
Schwierig, auch für mich. Beuge ich mich dieser Erpressung? Wenn ja, hat doch schon von Beginn an die Teambildungsmaßnahme versagt. Ausgrenzung statt Integration. Kurz vor Weihnachten wäre da aus meiner Sicht deutlich mehr Toleranz angebracht gewesen.
Wir müssen doch nicht alle dasselbe Denken, dieselben Handlungen ausführen, uns gleichförmig verhalten, noch nicht. Natürlich beugte ich mich nicht!
Wir hätten ja nicht vom selben Teller gegessen noch den Stuhl geteilt.
Anstand, Mitmenschlichkeit, Akzeptanz anderer Ansichten und Handelns, hm? Vorbei, immerhin das Essen war sehr schmackhaft.
Und dann noch eine Auseinandersetzung mit der Rechtsbehelfsstelle meines Veranlagungsamtes. Die Bearbeiterin kann einfach nicht verstehen, wie wichtig mir die Wahl des örtlichen Personalrates im Jahr 2021 war. Und dass ich bereit war, u.a. um bestehende Strukturen aufzubrechen, eine Menge Geld in die Hand zu nehmen. Veränderung hat ihren Preis, in diesem Fall in Heller und Pfenning, nein Euro und Cent, messbar. Der Wille zum Sieg ließ mich halt keine halbe Sache machen.
Fiktive Laufbahnnachzeichnung ist hier das Zauberwort im Zusammenhang mit dem Werbungskostenbegriff. Und ich muss mich jetzt fragen, ob ich bereit bin, noch mehr Zeit in die vergangene Wahl zu stecken, sprich in die Begründung meines bereits aus meiner Sicht ausführlich begründeten Rechtsbehelfs. Oder dem guten Geld noch schlechtes hinterherwerfe und mich bezüglich der streitigen Kosten gegen den inneren Widerstand einige.
Und dabei dachte ich immer, dass es heißt „Die Sonne scheint zum Fenster rein, hark ab, es wird schon richtig sein!“ Frei übersetzt, wie es auch schon der BFH, ich glaube 1978, feststellte: „Den Steuererklärungen ist grundsätzlich nicht mit Misstrauen zu begegnen!“ Dieser Grundsatz ist ja inzwischen auch schon alt und vielleicht gar nicht mehr aktuell? Und ich weiß es nur nicht?
Und sonst?
Australien wartet auf mich, hoffe ich. Zumindest ich habe sehr lange auf diesen Urlaub gewartet. Solange, dass ich zwischenzeitlich diesen Traum schon fast wieder vergessen hatte. Koala-Bären live sehen. Den roten Felsen, okay, steht dieses Mal nicht auf dem Plan. Aber das Opernhaus in Sydney.
Kindheitstraumerfüllung.
Langsam kommt bei mir die Freude, blubbert so aus dem Bauch heraus hoch. Koffer steht schon, Impfungen fast durch, „Chauffeur“ startklar, Essen im Flieger vorbestellt und den Bikini bereitgelegt. Sonne, Wärme, Abstand, neue Menschen und Eindrücke können kommen.




