Arbeit?

Wut und andere Emotionen

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8. Juni 2023

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Ist Bügeln wirklich Arbeit?

Ich traf gestern, also am Samstag, eine Kollegin in der Stadt. Obwohl ich dort schon seit mehr als einem Jahr wohne, sind wir uns dort noch nie begegnet. Unser Dialog began sinngemäß so: „Wie schön Dich zu sehen! Warum haben wir uns vorher noch nie getroffen?“ „Weil ich mir heute frei genommen habe, sonst arbeite ich immer Samstags.“ Irritierte Blicke, schließlich arbeiten wir beide in unseren anderen Leben nur bis Freitag. „Du arbeitest am Wochenende???“ „Ja, ich erledige die Hausarbeit wie Putzen, Einkaufen, Wäsche waschen, Bügeln. Kümmere mich um den Papierkram, bereite die Steuererklärung vor, kaufe ein Geburtstagsgeschenk für einen Freund. Räume auf und aus.“ „Das ist für Dich Arbeit?“

Ja, so ist es. Genau diese Tätigkeiten wie viele andere sind für mich und alle anderen tatsächlich „Arbeit“, unentgeltliche Arbeit, unsichtbare Arbeit. Arbeit, die nur gesehen wird, wenn sie unterlassen wird. Wenn ich eine Haushaltshilfe für diese Beschäftigungen einstelle, ist es klar, dass es „Arbeit“ ist! Ohne „Wenn“ und „Aber“! Warum soll für mich selbst etwas anderes gelten?

Es wird Zeit, dass wir Frauen unsere unentgeltlichen Tätigkeiten auch im Sprachgebrauch als „Arbeit“ bezeichnen und damit deren Wertigkkeit erhöhen! Sprache und Sein!