Buch ohne

„Weiße Hexe“

31. August 2022

60. Jahre

11. September 2022

„Weiße Hexe“

31. August 2022

60. Jahre

11. September 2022

Text? Titel? Cover?

Buch noch ohne Cover, denn der Text ist seit mehreren Tagen fertig, der Lektor auch. Der Titel steht, meinen Freunden und Wegbegleitern sei Dank. So, und was fehlt? Das Cover. Wie soll ein Buch aussehen mit dem Titel „Katastrophe mit Nachhall“? Ich habe keine Ahnung, nicht den Hauch einer Vorstellung und plötzlich auch keinen Webdesigner mehr. Vertrauensverlust, auf beiden Seiten, pfff, wie die Luft aus einem Luftballon, wenn die Nadel zu nahekommt.

Und jetzt? Die erste Ausschreibung im Internet erbrachte zwei Kontakte, aber das Angebot und die angeschauten Arbeiten waren nicht so meins. Die dritte Adresse per Mundpropanda schon eher, aber, nee, irgendwie zu „niedlich“ die Arbeiten der Graphikerin. Aber absolut professionell. Ich entschied mich dem Vorschlag der Autorin zu folgen und einen „Pitsch“, das Wort für „Wettbewerb“ in diesem Zusammenhang habe ich gelernt, auszuschreiben. Mit „Geld-zurück-Garantie“, wenn mir nichts gefallen sollte. Ich habe ja immer noch keine Ahnung wie ein gutes Briefing aussieht, was ich an Dateien hochladen soll, aber jede Menge Begeisterung. Wissend, dass auch in diesem Fall Erfahrung mich klüger machen wird. Deutschsprachigen Anbieter mit Telefonkontakt sowie ein „Paket“ ausgewählt und abgewartet.

Die ersten Ergebnisse kamen sehr schnell. Diametral, konträr, huch, hm, cool, ja, ich bin jetzt schon überfordert. Das Projekt läuft eine Woche und zur Halbzeit saßen da sieben Designer dran. Manche reichten aufgrund meines Feedbacks Variationen des Themas ein, andere völlig verschiedene Versionen. Ich fing an überfordert zu werden und vor allen Dingen mich zu schämen. „Geld-zurück-Garantie“! All diese Menschen opfern ihre Zeit, ohne zu wissen, ob überhaupt eine/r das ausgelobte Preisgeld erhalten wird. Kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren? Nein, kann ich nicht! Definitiv nicht, hatte ich mir vorher schon gedacht, jetzt wusste ich es! Also das Projekt umgestellt auf: Preisgeldzahlung garantiert! Und prompt gab es noch einen deutlichen Kreativitätsschub. Klar, ich gebe Feedback, soweit und gut es mir möglich ist. Mir fehlen oft die richtigen Worte, also muss ich das Gefühl beim Betrachten umschreiben, aber es funktioniert!

Als >50 Designvorschläge vorliegen und ich doch noch den einen und anderen Änderungswunsch habe, merke ich, dass ich das Projekt so nicht fortführen kann. Nicht für mich, nicht so. Und beschließe, das, was ich vorher nur mit mir selbst ausgemacht hatte, öffentlich zu machen. Jede/r Teilnehmer/in erhält mindestens eine winzige Aufwandsentschädigung von 20,00 €. Wenig finde ich, gemessen anhand der für mich sichtbareren Zeit, die einige in dieses Projekt gesteckt haben. Kreativität auch. Noch ein Push, die „Trittbrettfahrer“ überraschen mich nicht, aber es sind bisher noch zwei weitere, wirklich tolle Covervorschläge dazu gekommen. Vorschläge, die mir zeigen, dass die Menschen dahinter nicht nur das Briefing lasen, sondern sich auch auf meiner Website tummelten, wissen wollten mit wem und was sie es zu tun haben.

Die Auswahl wird immer schwieriger, Männer stimmen mehrheitlich für A, Frauen für B und C, mein Lektor ist ein Fan von D und ich selbst? Ich mag tatsächlich den Vorschlag am liebsten, der bei vielen durchfällt. Durchfällt, weil sie kein Buch mit einer unbekannten Frau drauf kaufen würden. Ich schon! Lesegewohnheiten sind wirklich unterschiedlich, ich merke es immer wieder!

Heute Nachmittag ist Deadline, am Donnerstag setze ich mich mit dem Lektor zusammen und bestimme das „Sieger/in-Cover“. Wenn ich es nicht vergesse, werde ich aber kurz vor Schluss noch etwas das Preisgeld nach oben korrigieren, ich finde, das bin ich den Menschen hinter den Versionen schuldig. Günstig einkaufen, ja, aber ohne schlechtes Gewissen und Ausbeutung!