
Award 2.0
21. März 2026Oder brauche ich das noch?
Diese und ähnliche Fragen stelle ich mir inzwischen nahezu täglich. Denn irgendwann, demnächst oder auch später muss ich umziehen. Und die neue Wohnung wird mit Sicherheit deutlich kleiner sein.
Die Antworten auf die Fragen sind unterschiedlich und fast immer mit mindestens einer Sekunde Nachdenken verbunden. Zwei Bücherserien dürfen noch bleiben, denn auch wenn ich die Bücher nicht brauche, schon seit Jahrzehnten nicht mehr drin las, kommen sie nochmal mit.
Die Teile vom Foto? Die Jacke trug ich schon ewig nicht mehr. Aber sie war sooo teuer damals. Und sooo eine gute Marke. Dreimal raus und rein in den Schrank, vorbei. Morgen nimmt meine Freundin sie mit – wie viele andere Teile.
Der Taschenrechner von meinem verstorbenen Mann ist eine Altlast, wird bei Kleinanzeigen unter „zu verschenken“ reingestellt und ist hoffentlich bald Geschichte. Auf diese Weise bin ich schon von vielen alten seiner Sachen befreit worden. Ja, für mich ist eine „Befreiung“! Denn mit dem Wegwerfen tue ich mich schwer. Zum einen hing an vielen Dingen tatsächlich das Herz meines Mannes und zum anderen freuen sich offensichtlich so viele Menschen beim Abholen.
Mein Bücherschrank ist gut zu einem Viertel leer, der Bücherschrank am Kranen in Bamberg freute sich. Meine alten Grammatikbücher für Latein hätte ich fast wieder mitgenommen. Manchmal ist es ein Kampf mit mir selbst. In dem Fall gewinnt immer eine von uns 😉
Ja, sobald in in meine Schränke gucke, weiß ich, was ich geschafft habe. Loslassen ist oft ein Kraftakt. Manche Dinge leisten Widerstand allein durch das Sein. Und wenn dann noch Erinnerungen dazu kommen, dann wird es schwer. Denn die Teile mit dem ganz miesen Karma durften ja gar nicht hier einziehen, sondern wurden schon vorher aussortiert.
Auch im Keller ist schon Platz zum Gehen, was für ein Erfolg. Und darauf bin ich wirklich stolz🦚🦚




