Positive Grundeinstellung

Fröschin auf dem Weg nach oben
23. März 2025
Wenn der Vermieter vorbei kommt
25. März 2025
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Und dann wird das schon

Es ist Montagmorgen und noch vor einer Woche dachte ich, ich würde um diese Zeit an meinem Schreibtisch im Büro sitzen.

Nichts da. Nada. Niente. Mein Orthopäde ist der Ansicht die Fortschritte bei meinem rechten Knie reichen nicht aus. Über den Ellenbogen sprechen wir schon gar nicht mehr, außer wenn es über die Insolvenz der Unfallversicherung geht. Hat er Recht?

Ich weiß es nicht, ich habe keine Medizin studiert. Ich weiß, dass mir ohne den „Award“ so langsam zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, auch wenn ich viel Zeit mit Übungen und Spazieren gehen verbringe. Und jammern hinterher auf dem Sofa, aber das hört außer mir ja niemensch. Ich brachte auch das „Problem“ mit der Amtsärztin auf den Tisch, er sagte nur, manchmal dauert es nach der Operation bis zu drei Monate. Naja.

Ich nahm es dann so hin, die weitergehende Krankschreibung. Früher hätte ich lange diskutiert. Auch wenn ich am Freitag wenige Sekunden überlegte, diesen Zettel nicht abzugeben. Aber dann müsste ich ohne Wiedereingliederung anfangen zu arbeiten. Und sechs Stunden sitzen??? Da brauche ich mir dann keine Illusionen machen, das schaffe ich definitiv noch nicht. Zumal ich dabei ja auch noch arbeiten soll. Tja.

Also gebe ich mich zumindest heute hingebungsvoll dem Hausputz hin, dass mag mein Ellenbogen keineswegs. Wie gut, dass ich diesen dazu nicht befrage. Es fehlen 35 Grad zur kompletten Streckung. Fehlen beim Schuhe zu binden die letzten Zentimeter, beim Aufheben ebenso. Ja, der Unfall auf Sizilien hallt noch nach. Länger als ich es je gedacht hatte.

So durfte ich jetzt zum ersten Mal in meinem Leben privat eine Forderung beim Insolvenzverwalter elektronisch anmelden. Geht. Eine ist unbestritten und belegbar. Die andere, Folgeschaden Unfall?? Welchen Betrag setze ich da an? Die Gliedertaxe gibt nur beschränkt Auskunft. Ich will diese Forderung gar nicht anmelden, ich will Ende September meinen Ellenbogen wieder „richtig“ benutzen können. Der Orthopäde schüttelt allerdings deutlich den Kopf… Jetzt hatte ich all die Jahre Beitrage für die Versicherung bezahlt, brauche sie einmal und diese geht in Insolvenz. Ist das Leben gerecht? Die Antwort kennen wir alle. Aber ein Betrag muss angemeldet werden, damit der Insolvenzverwalter prüfen kann, ob das sog. „Sicherungsvermögen“ ausreichen wird. Oder wie hoch die Quote sein wird. Ich habe immerhin gelesen, dass sein Honorar wohl nicht !! aus diesem Vermögen bezahlt werden wird. Sonst wären nämlich fast 40 % schon mal weg…

Das Kalenderblatt „redet“ vom Freuen. Ach ja? Wirklich? Morgen kommt mein Vermieter und guckt sich nach mehr als einem Jahr endlich mal selbst die Wasserflecken an. Ich musste bis zur Mietminderung gehen, bis endlich was passierte. Wenn ich den Namen der Vermieter schon lese, bekomme ich innerlich Herpes. Zum Glück ist mein Nachbar bereit bei diesem Termin dabei zu sein. Vielleicht können wir uns einigen, denn einfach so in irgendeinem Gelb die Wände überzustreichen, ist nicht. Da habe ich mich schon bei meinem Anwalt erkundigt. Alternativ wäre ich ja bereit das Ganze so zu lassen, wie es ist, wenn meine Vermieter den Mahnbescheid gegen mich aufheben, die Mietminderungen der letzten Monate akzeptieren und mir einen kleinen finanziellen Ausgleich zahlen. Maler arbeitet nämlich auch nicht umsonst. Wir werden sehen. Denn da ist natürlich auch noch die Frage, ob sich nicht hinter den Möbeln der Einbauküche aufgrund des Wasserschadens Schimmel gebildet hat. Nur, ich baue dazu die Küche nicht auseinander. Aber die reale Möglichkeit besteht an mindestens zwei Stellen…

Zum Glück ist mein Nachbar dabei. Mein Sohn hätte aufgrund seines jugendlichen Alters nicht dieselbe Autorität. Ich als Frau zähle bei dem über 80-jährigen ja eh nicht. Wieso meint ein Mann in dem Alter tatsächlich noch mich „erziehen“ zu können und vor allen Dingen dürfen? Das erlaube ich ja nicht einmal mehr meinen Eltern.

„Freuen“, ja. Der Buchhändler meines Vertrauens schreibt, die von mir bestellten Bücher sind angekommen und können abgeholt werden. Sehr gerne. So sehr ich auch das Lesen der eingereichten Bücher zum „Ayla Richter Froschkönigin Award“ im Regelfall genossen habe, viele haben mich sehr positiv überrascht, ist es jetzt wieder Zeit für feministische Sachbücher. Ein paar habe ich in den letzten Tagen schon gekauft, der SuB (Stapel ungelesener Bücher) wächst.

Also gehe ich gleich mit Freude an den von mir gedeckten Frühstückstisch, Blumen sind auch dort dank der Autorin von „Heimatduft“ und freue mich auf eine neue Woche. Und frage Herrn Heilmann, ob Ayse Tunöz im Sommer bei ihm lesen darf. Sie würde extra aus dem Ruhrpott dafür nach Bamberg kommen. Es ist aber auch ein tolles Buch!

Also, auf eine tolle Woche. Zumindest die zwei gelesenen Horoskope für meine Freundin waren positiv. Meine? Naja.