„Hans“

„Layland – Der Rabe und die Rose I“
2. Februar 2025
„Maskierte Schuld“
3. Februar 2025
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Schreibchallange

Hans sitzt in der Hotellobby, gemütlich im Sessel. Aufmerksam schweift sein Blick hin und her. Alles scheinen seine großen Augen im Blick zu haben, während sein Körper sich noch etwas weiter entspannt.

Ja, was für ein wunderbarer Sonntag. Reges Treiben um ihn herum, er fällt kaum auf. Sein Körper verschwimmt fast mit der Polsterung seiner Sitzgelegenheit. Gut, dass er sich den Stuhl ganz hinten in der Ecke ausgesucht hatte. Hier gab es wenig Licht, auch wenn der Rest des Raumes in strahlendes Sonnenlicht getaucht war. Der Kronleuchter und seine Bleikristallanhänger ließen den Saal erstrahlen. Ein buntes Leuchten all über all.

Widerlich. Seine Spezies mochte es eher dunkel. Feucht. Warm. Der Ausflug heute ins Foyer – Wahnsinn. Aber Hans wollte einfach mal etwas anderes sehen als Küche und Speisekammer, seinen Aktionsradius erweitern. Abenteuer erleben. Sich lebendig fühlen, wahrgenommen werden.

Und nun saß er hier, verschmolz mit seiner Umgebung, auch irgendwie nicht der Hit. Er brauchte Aktion, denn langsam wurde es ihm langweilig.

Da kommt eine Frauengruppe reingestürmt, drängt sich an den Tresen und fragt lautstark nach dem Restaurant. Nach freien Plätzen.

Sie hätten Hunger, verkündete eine aus der Clique mit schriller Stimme. Und hier solle es ja gut sein. Nicht so wie bei der Lokalität um die Ecke, da sollten ja sogar die Kakerlaken auf den Tischen tanzen. Hätten sie in der Zeitung gelesen, eklig.

Hans horcht auf. Da wurde gleich seine ganze Gattung geschmäht. Verächtlich gemacht, als „eklig“ gezeichnet, das geht nicht. So nicht! Okay, seine Verwandten dritten Grades drei Häuser weiter waren schmutzig, Herbert hatte Panzerflechten, aber… Nein!

Langsam setzte sich Hans in Bewegung Richtung Küche. Er wusste, wo immer die Teller mit dem Dessert vor dem Servieren abgestellt wurden. Ja, ein weiter Weg, aber er würde es schaffen.
Es sich so richtig im Schatten der Schokorolle auf dem Teller gemütlich machen. Gleich neben der Blaubeere. Ja, das würde ein Spaß werden. Seine Fühler fingen vor unterdrücktem Gelächter das Tanzen an.