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6. Juli 2024Wahn oder Wahrheit?
„Schei..“, sie stoppte sich gerade noch rechtzeitig und ein lautes „Scheibenkleister“ war das Nächste, was durch die Wohnung schallte.
Fluchend hämmerte sie auf die Tastatur, wohl wissend, dass sich die Arbeit von gut zwei Stunden gerade in Luft aufgelöst hatte. Die Excel-Tabelle war weg, stattdessen starrte sie wieder Mal Exelsis an, wie sie das Wesen, okay den Virus, getauft hatte.
Schon dreimal war der PC von einer sogenannten Fachkraft auf Null zurück gesetzt worden oder wie das heißt, der Virus durch diverse Programme vernichtet worden. Pustekuchen, das einzige, was vernichtet worden war, war das Guthaben auf ihrem Konto.
Exelsis bewegte sich scheinbar auf dem Bildschirm, hm, das hatte er, war es ein „Er“? Oder doch eher eine „Sie“? beim letzten Auftauchen nicht gemacht. Da hatte das Wesen sie nur stumm angestarrt. Wesen, dass ich nicht lache, eher so etwas wie Pest und Cholera!
Ayla schnaubte durch die Nase. Frustriert legte sie für einen Moment den Kopf auf die Tastatur. Sie konnte ja nichts mehr kaputt machen, ihre wunderbare Excel-Tabelle, ihr ganzer Stolz, mit den Eingaben zu ihrem Literaturpreis war im Nirwana verschwunden. Tränen liefen ihr über das Gesicht. Tränen der Trauer, Tränen der Wut, Tränen aus Frustration.
Ein leichter Hauch strich über ihr Haar. Auch das noch, hatte sie vergessen die Fenster zu schließen? Langsam hob sie den Kopf und schaute geradewegs in die geheimnisvollen Augen von Exelsis. Magisch angezogen von der Güte darin. Aber das konnte doch nicht sein, Exelsis war doch „nur“ ein Virus, der sie und die Computerexperten zur Verzweiflung trieb. Sie, ja, eindeutig eine „Sie“, bewegte sich zögernd, ein Wiehern erklang. Beinahe so wie damals die ersten Töne ihres Fohlens Wanja. Ayla schüttelte den Kopf. Das konnte und durfte nicht war sein. Ein „Tabellenfresser“ in ihrem Laptop, ein Wesen aus einer anderen Welt versuchte mit ihr zu kommunizieren. Suchend sah sie sich um.
Wo waren die Haschkekse? Fünf sollten mindestens noch da sein. Da, der Teller. Langsam zählte sie durch, jeden einzelnen mit dem Finger antippend. Eins, zwei, drei, vier, fünf. Fünf! Daran lag es also nicht. Ein erneutes Wiehern lockte sie zum Schreibtisch zurück.




