
Wildkräuter
15. März 2024
Lilo
18. März 2024Band 2 von Susanne Zankl
Band 1 gefiel mir so gut, da habe ich gleich mit Band 2 die Geschichte von Rashid weiterlesen. Non stop, ohne die jahrelangen Wartezeiten, die Asylbewerber im Normalfall in ihr Asylverfahren investieren müssen. Zeiten der Untätigkeit. Zeiten, die sich durch die weltweite Corona-Pandemie, noch deutlich verlängerten. Wenn dann so wie im Fall von Rashid das erste Asylverfahren in Österreich negativ beschieden wird, ein neuer Antrag nur außerhalb des Schengener Raums, hier England, möglich ist, denn gehen Jahre ins Land.
In diesem Buch steht die Familie im Vordergrund, was macht das mit Frau und Kindern, die jahrelange Trennung? Welche Antworten finden andere Familienmitglieder, um der prekären Situation im Aufenthaltsstaates zu entgehen? Wie ist es unbekannte Verwandte neu kennenzulernen? Das Leben ggf zum 2. oder 3. Mal neu zu erfinden? Der „Konflikt“ der Kulturen, das unterschiedliche Frauenbild, ja, manchmal musste ich lächeln, manchmal blieb mir das aber auch im Hals stecken.
Männer dürfen Sex auch außerhalb der Ehe haben, Zweit- und Drittfrauen sowieso. Europäische Frauen sind für den Spaß da, aber nicht zum Heiraten, weil „schon benutzt und nicht mehr Jungfrau“. Diese Ansichten sind kein Geheimnis, waren mir auch durchaus vorher bekannt, aber stehen halt diametral zu meinen🤷
Trotzdem gefiel mir das Buch sehr gut. Die Schilderung von Überleben in Staaten ohne soziale Absicherung. Familie statt Individuum. Zusammenhalt. Anders halt. Und an anders werden wir uns gewöhnen müssen, ob wir wollen oder nicht. Denn diese Menschen können nicht zurück, das macht Susanne Zankl uns in diesem Roman eindringlich klar. Außer vielleicht im Leichensack. Und manchmal noch nit einmal das, dann verschwinden Menschen einfach auf der Flucht, so wie Naif.
Was geht es mir doch gut!




