Willkommen bei der falschen Zeitung?!

Judäa
8. März 2024
Internationaler Frauentag
8. März 2024
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Internationaler Frauentag
8. März 2024

Angepisst ist noch zu höflich ausgedrückt

Ich traute meinen Augen nicht als ich gestern morgen den Fränkischen Tag aufschlug. Interview mit Andreas Hock zum Sieg vor Gericht, seine hartnäckigsten Kritiker etc., Blablabla.

Ich oute mich:

Ich bin eine Unterstützerin von Frau Roma Maria Mukherjee (Roma), die vordergründig vielleicht für sich selbst und ihre Rechte kämpft, im Hintergrund aber für uns ALLE, die wir uns in sozialen Medien bewegen und eine kritische Meinung zu was auch immer vertreten. Was heute als harmlos gilt, muss es morgen nicht mehr sein. An übermorgen mag ich bei der momentanen Stimmung im Land schon gar nicht mehr denken.

Lt. diesem Zeitungsartikel bin ich radikal, vehement, laut! Mir fehlt der gesunde Menschenverstand. Ich bin eine fanatische Netzaktivistin, akzeptiere keine anderen Meinungen, ungebildet, weil ich ach sooo offensichtliche Satire nicht erkenne. Gleichzeitig bin ich schuld am Erstarken der Extremisten, mache mein Gegenüber stets mundtot mit allen Mitteln, handele mit missionarischem Eifer und schwinge natürlich die Nazikeule!

Was hatte ich nur bisher für ein Selbstbild von mir? Ein völlig anderes ist die einzig richtige Antwort. Aber einen winzigen Moment lang habe ich doch gezweifelt, Nanosekunde oder so. Fremdwahrnehmung.

ABER: Weder Nikolas Pelke, Gesprächsführer, noch Herr Hock kennen mich. Es ist letztendlich der Versuch einer Täter-Opfer-Umkehr, bei der einfach und völlig willkürlich Menschen diffamiert werden! Trotz dieser Erkenntnis macht der Artikel etwas mit mir. Ich bin immer noch fassungslos, wütend ob der Ungerechtigkeit, bestürzt wie sich das Ganze für Roma anfühlen muss, denn die steht ja mitten im Epizentrum, ich ja eher 10 Schritte vom Rand entfernt. Es berührt mich, nein, ich fühle mich beschmutzt! Besudelt. Mit Dreck beworfen. Ungerecht behandelt.

Ich sinne verzweifelt nach Lösungsmöglichkeiten, aber mir fallen in meiner Hilflosigkeit kaum welche ein. Außer Geld spenden und Roma Maria Mukherjee für den Shero-Award der Zeitschrift „Brigitte“ vorschlagen. Wie wenig ist das denn? Selbst in meinen Augen.

Wo bleibt der Aufschrei aller Blogger/innen, die morgen das nächste Opfer sein könnten?

Den aus meiner Sicht unbedingt notwendigen Leserbrief schreibe ich vielleicht morgen, ich muss mich erstmal sortieren und beruhigen.