Valentinstag

„Kleine Dinge wie diese“
13. Februar 2024
Tamara
15. Februar 2024
„Kleine Dinge wie diese“
13. Februar 2024
Tamara
15. Februar 2024

Aschermittwoch

Beide Tage haben für mich normalerweise keine Bedeutung: Weder ist für mich an einem Tag im Jahr „alles vorbei“, Aschermittwoch, noch zähle ich mich zu den „Verliebten“, Valentinstag.

Aber das Leben ändert sich, das einzig Beständige ist der Wandel, habe ich mal irgendwo gelesen.

Heute checkte ich wie jeden Tag nach dem Aufstehen meine Nachrichten und tja, fand tatsächlich welche vor, die sich mit dem Thema Valentinstag beschäftigen🥳

Der Mann, der bei Anwesenheit meine Seele zum Singen und Tanzen bringt, schickte einen kleinen virtuellen Blumenstrauß 💐Das Wort „klein“ ist von ihm. Wegen des Wortes „klein“ fand ich die Nachricht nicht so prickelnd. Früher wäre ich nicht so kritisch gewesen, heute sind meine Ansprüche an ihn tatsächlich höher. Was soll’s? Ich kaufe mir meine Blumen inzwischen eh selbst.

Weiter, nächste Botschaft: Von einer meiner Freundinnen, ja, tatsächlich gibt es mehrere 😉. Ja, danke. Als Antwort irgendwie nicht genug, sagt mein Gefühl. Ich weiß nur immer nicht so genau, was von mir als Reaktion auf den Satz „Ich bin froh, dass Du meine Freundin bist“ erwartet wird. Aber vielleicht ist das ja schon der falsche Ansatz? Erwarte ich eine Gegenleistung, wenn ich etwas reinen Herzens verschenke? Und diese Nachricht ist ein Geschenk, definitiv. Ein Geschenk, welches ich gelernt habe anzunehmen. Ich kann inzwischen Wertschätzung und Freundschaft von anderen empfangen, ohne mir zwanghaft ein „Gegengeschenk“ auszudenken. Ich habe mich entwickelt und darüber freue ich mich jeden Tag!

(Abgrenzung zu „Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten ‚Sie haben sich gar nicht verändert‘ ‚Oh!‘ sagte Herr K. und erbleichte.“ Bertholt Brecht)

Ach, hier sind Bildnachrichten und eine Sprachnachricht. Von der Frau, bei der ich am Montag einen „Wohlfühlabend“ verbrachte. Dort wo ich mich in Wärme und Zuneigung eingehüllt fühlte, vom leckeren Essen ganz zu schweigen. Der Frau, die mir vom ersten Augenblick des Kennenlernens an bedingungslose Akzeptanz entgegenbrachte.
Und, das ist noch wichtiger, deren Akzeptanz meiner Person/Persönlichkeit ich auch bereit war ohne Wenn und Aber anzunehmen.
Wir sehen uns selten, im privaten Rahmen noch weniger, aber auch das habe ich gelernt, Häufigkeit von Treffen ist kein Zeichen von Freundschaft oder nicht.

Kleiner Exkurs: Freunde sind für mich Menschen, die mir beim Wachsen helfen, die mir helfen mich selbst weiterzuentwickeln.  

Also, die Sprachnachricht brachte mich zum Weinen und zu diesem Text. Emotionen pur. Valentinstag. Liebe. Freundschaft. MIR! So etwas bin ich nicht gewöhnt, obwohl der Satz „bin ich nicht gewöhnt“ so nicht ganz stimmt. War ich bis zum Tod meines Mannes nicht gewohnt. Ich war es nicht gewohnt, dass andere Menschen hinter meiner Fassade, unter meiner Rüstung, den Menschen „ISA“ sahen. Und wenn ich es doch mitbekam, konnte ich es aus Selbstschutz nicht glauben. Durfte solche Geschenke nicht annehmen.

Geschenke wie die Frage „Wie geht es Dir?“ aus echtem Interesse nach meinem aktuellen Gesundheitszustand von meinen Kolleginnen. Interesse an mir, meiner Person, ohne zu vermuten, dass die „richtige“ Frage dahinter ist „Wann kommst Du zurück und nimmst endlich wieder deine Arbeit auf?“ Akzeptanz.

Ich komme aus einer emotional verkümmerten Familie, vieles hatte ich einfach nicht gelernt. Und dann ist die Akzeptanz von Liebe, Zuneigung, Freundschaft, echtem Interesse am Gegenüber, Berührungen wie Umarmungen und ähnlichem von anderen schwer.

Von anderen, das ist eine gute Überleitung zu einem Punkt, der für mich hier und heute sehr wichtig ist: Selbstakzeptanz. Ich habe die letzten Jahre sehr hart dafür gearbeitet mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Mit all meinen Schwächen, aber noch wichtiger mit meinen Stärken. Oh ja, ich habe ganz viele Stärken und Talente!!  
Angefangen damit den Mut zu haben zu sehen, wie mein Körper aussieht. Und damit meine ich erstmal ganz objektiv. Nicht wie er vielleicht in meiner Vorstellung aussehen sollte mit hier ein bisschen weniger und da ein bisschen mehr, sondern ganz real mit Krampfadern, Dehnungsstreifen, Leberflecken etc. Akzeptanz. Mir war, als ich diese Reise zu mir selbst begann, gar nicht klar wie schwierig, anstrengend, fordernd, erhellend, Spaß machend dieser Weg sein kann.

„Ich liebe mich selbst“, so ganz überzeugend kommt dieser Satz noch nicht daher, vor dem Spiegel. Gerade dort ist für die Wortreihung „Ich liebe Dich!“ noch deutlich mehr Luft nach oben. Da sollte ich mehr üben.

Liebe ich mich selbst? Darf und muss „Selbstliebe“ sein? Und wenn ja, wie viel? Ich kenne keine wirkliche Antwort auf diese Fragen, aber ich fühle mich wohl mit mir selbst. Valentinstag. Vielleicht in Zukunft ein Tag, damit ich mit mir selbst etwas Besonderes mache? Andererseits braucht es die Reduzierung auf einen Tag im Jahr? Irgendwie ein bisschen wenig, finde ich.