Esperance

Schlechtes Karma
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Golden Outback
22. Dezember 2023
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Hoffnung

Für uns war diese Stadt mit ca 15.000 ständigen Einwohnern eher eine Überraschung, surprendre oder surprice. Als wir mal wieder beim Mac saßen und aßen, lasen wir uns die örtliche ‚Map‘ für Touristen durch und stießen dabei auf eine Anzeige für „Stonehenge“. Da wollten wir hin, dass wollten wir uns ansehen, schließlich hatten wir vor ca. 20 Jahren schon das Original in England besucht.

Also ging es am nächsten Tag relativ früh los und wir besuchten, ja, eben „Stonehenge“. Eine vollständige Kopie von dem uralten Monument in Great Britain und doch wieder nicht. Bei dem 2011 erbauten Kunstwerk, ich nutze jetzt mit Absicht diesen Begriff, sind zum Beispiel alle Steine noch auf dem richtigen Platz, sprich der obere Kreis ist geschlossen. Roter Granit statt Felsbrocken. Und ja, die Sonnenausrichtung für Australien stimmt und trotzdem fühlte sich das Ganze nicht richtig an. Es fehlte die Patina, die Emotionen, die Historie, all das, was Stonehenge in England zu dem macht, was es ist, nämlich eine Kultstätte.
Aber unheimlich beeindruckend war es schon!

Da wir schneller „fertig“ waren als geplant, suchten wir uns eine Beach in der Nähe. Auf dem dazu gehörigen Parkplatz vielleicht 3-4 Autos, ein paar Allradfahrzeuge fuhren auf dem Weg zum Strand an uns vorbei, wir mussten eine Sanddüne durchqueren, doch dann, als wir wirklich auf dem Sandstrand ankamen: Kein Mensch weit und breit zu sehen. Nur der Hafen von Esperance weit in der Ferne. Wie geil ist das denn wieder gewesen? Semi, denn es war sehr windig und durch die Verwendung von Sonnencreme waren wir bereits nach dem Durchqueren der Sanddüne paniert gewesen, egal 😊
Also liefen wir ein paar Meter am Strand und auf dem Rückweg konnten wir die meiste Zeit unseren Spuren folgen, immer noch ein Erlebnis. Diese Menschenleere, noch gibt es bei uns keinen Gewöhnungseffekt.

Nachmittags gab es eine Privatführung auf einer Schaf- und Rinderfarm, allerdings wussten wir nicht, dass diese Führung in so kleinem Kreis stattfindet. Tja, da standen wir nun. Dieser Besuch war von der Travelagency gebucht worden und unser Guide, die Farmersfrau, führt entweder andere „Farmer“ oder „Gruppen aus der Stadt“. Wir waren beides nicht und alle machten das Beste draus. Zumal unser Englisch inkompatibel war, meistens. Immer dann, wenn sie in ihrer Begeisterung schneller und schneller sprach. War aber tatsächlich sehr interessant. Und den sehr schmackhaften „Afternoon Tea“ im Scherschuppen einzunehmen, war eine tolle Idee. Später ging es dann raus zu den Rindern auf die Weide, hautnah. Fütterung. Wir mit dem Rücken am VW-Bus, mit dem wir hingefahren waren, und vor uns die Rindviecher. Viele. Nah. Näher. Groß. Friedlich. Zum Glück.

Abends waren wir platt und freuten uns auf den nächsten Tag. Aufbruch nach dem Morgengrauen, denn der Tag beginnt hier momentan deutlich vor 5 Uhr und die Vorhänge sind nicht wirklich dunkel. Es stand zunächst eine Allradtour auf dem Plan. Dieser Guide sprach hervorragendes, sprich verständliches, Englisch. Heraus aus der Stadt und über die Sanddünen zum Strand. Kilometerweit fuhren wir dahin, nur sehr selten einem anderen Menschen begegnend. Klasse. Leichtes Breakfast und am Ende eine Überraschung und ja, auch Herausforderung. Mit dem Auto einen Felsen hoch. Okay, an der Stelle waren wir zufällig am Tag zuvor schon gewesen, hatten die Sand- und Reifenspuren gesehen, aber jetzt standen wir vor der Frage „Top oder Flop?“. Aber im Grunde nur rhetorisch. Und dann ging es im mehr als 45 Gradwinkel erst steil bergauf und hinterher wieder runter. Geil. Echt.

Zurück und nach einer kurzen Wartezeit war Sightseeing per Flugzeug angesagt. Mit einer kleinen Propellermaschine flogen wir erst zu den „Pink Lakes“, Salzseen mit Algenbewuchs, die im Licht rot und rosa schimmern, und dann über den Strand. Weit über den Punkt hinaus, der am Morgen unser Endpunkt gewesen war. Irgendwann war es mir zu viel Wasser und Strand. Aber egal, das Fliegen hatte schon was. Und die Maschine lag zum Glück ruhig in der Luft. Nach gut 100 Minuten hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen. Cool, obwohl es inzwischen mit knapp 30 Grad doch schon etwas mehr als warm war.

Und am nächsten Morgen ging es wieder zurück etwas mehr in Richtung „Zivilisation“. Aber das ist eine andere Geschichte, sprich „Fortsetzung folgt“.