
Unterwegs
16. Dezember 2023
Esperance
21. Dezember 2023Doppelt wäscht besser 🥳
Bisher dachte ich immer schlechtes Karma sei eine Erfindung von Leuten, die Dinge für gutes Karma verkaufen wollen. Seit heute bin ich mir da nicht mehr so sicher 😉
Wir hatten heute unsere „Whale-Watching-Tour“, auf zu den Orcas. Die sollen sich momentan besonders zahlreich im Bremers Bay Canon, einem Unterwassergraben, aufhalten. Der „Hotspot“, das Gebiet mit den meisten Walsichtungen befindet sich ca. 100 km von der Küste entfernt, also im offenen Meer. Wir fuhren mit einer Art Katamaran los, gut 1,5 Stunden hinein ins weite Blau. Wenig Wellengang, aber mein Magen fing schon an Salto zu üben als wir im Zielgebiet ankamen. Der Kapitän drosselte den Motor und wir sahen die ersten Killerwale, schön.
Weil das Boot relativ ruhig lag, dachte ich mir es wäre eine gute Gelegenheit den Innenraum zu verlassen und die auf dem Deck gelegenen Toiletten aufzusuchen. Und als ich nun so an der Reling stand und wartete bis eine frei wurde, mir dabei ein paar Orcas ansah, die vorbei schwammen, gab der Kapitän ohne Vorwarnung Gas. Klasse. Den lockeren Griff um die Reling angezogen und zugleich mit Wasser überschüttet zu werden, Fahrwasser, war eins. „Splash“, wie die Australier sagen. Und dann kam ich da nicht weg. Das Deck schlingerte und ich bin momentan eh wackelig auf den Beinen. Nächste Dusche, machte schon fast nichts mehr aus, aber nur fast. „Gerettet“ wurde ich dann von einem Crewmitglied, welches mir die helfende Hand hinstreckte. Drinnen bekam ich sogar ein großes Handtuch gereicht, super.
Nachdem ich mit dem Abtrocknen fertig war, war das nass. Die gesamte Oberbekleidung durchnässt. „Sack nass“ würde einer meiner Freunde dazu sagen…
Den „Schaden“ dann näher begutachtet. Hose ging noch gerade so, nur zu 36,75 % nass, aber draußen scheint die Sonne…
Hm, ah, sie verkaufen an Bord T-Shirts und Hoodies. T-Shirt reicht bei knapp 19 Grad nicht, aber ein Hoodie müsste es tun. Gedacht, gesagt und gekauft. Es gab noch einen in meiner Größe, fast. Aber heiß waschen würde das Problem mit „zu groß“ lösen.
Also raus aufs Deck und die Hose immer schön in Richtung Sonne gedreht. Irgendwann war die Jeans dann trocken und ich begann mich richtig wohlzufühlen. Jede Menge Orcas, zumindest ab und zu. Schön. Belegte Brötchen zum Mittagessen, super. Inzwischen saß ich mit anderen an Deck, relativ weit weg vom Wasser. Gebranntes, besser geduschtes, Kind und so. Und biss herzhaft zu. Gleichzeitig drehte der Kapitän das Boot, von irgendwo her kam eine Welle und wusch, ein zweites Mal geduscht, aber richtig heftig. Nicht lustig, obwohl ich die lachenden Mitreisenden verstehen kann.
Dieses Mal war echt nichts mehr zu retten. Das Top ließ ich zwar an, aber die Jeans wurde zu den übrigen zu trocknenden Kleidungsstücken gehängt. Ich hüllte mich in zwei Decken, mehr schlecht als recht. Alles war nass und tropfte, das war ’s mit Wale beobachten für mich. Die paar durch das Fenster zählen irgendwie nicht.
Irgendwann hängte ein Crewmitglied zumindest den Hoodie zum Trocken auf, mein Kind fand einen Platz für meine Jeans und kurz vor dem Aussteigen zwängte ich mich in die immer noch sehr feuchten Kleidungsstücke. Zum Glück waren es bis zum geparkten Auto nur knapp 300 m.
Keine andere Person ist auf diesem Trip mehr als ein kleines bisschen nass geworden und ich gleich zweimal volle Kanne. Karma halt 😕





