
Beschädigt?
23. November 2025
Froschköniginnenmagazin
16. Dezember 2025Leseempfehlung
„Revolutionärinnen“ von Alexandra Bleyer
So, da sitzen sie nun für einen Moment vereint in meinem Sessel, ein paar der Damen, um die es hier geht. Wer ist wer? Kann ich auch nach der Lektüre nicht sicher sagen, spielt aber auch keine Rolle.
Die Frauen, die in diesem Buch vorgestellt werden, sind sowohl bekannt als auch unbekannt. Klar, von George Sand und Bertha von Suttner (war da nicht was mit Nobel und so) hatte ich schon gelesen. Aber Emine Semiye oder Pandita Ramabai?
Was sie alle einte über Länder-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg: Sie wollten das Leben von Frauen verbessern, sie als die andere Hälfte der Menschheit mit den ihnen zustehenden Rechten versehen, orientiert an Rechten für Männer. Weiße Männer.
Dem Recht auf Bildung. Dem Recht auf Wählen, aktiv und passiv. Dem Recht auf eigenes Einkommen, Vermögen, Erbe. Dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, dem Recht gesehen und gehört zu werden.
Diese Frauen erreichten zum Teil ihre Ziele durch Schreiben und Veröffentlichung von Artikeln. Unkonventionellem Leben. Gründung von Schulen und Vereinen. Austausch. Solidarität. Hingabe an die Sache und trotzdem menschlich und fehlbar.
Erst nach dem Lesen wurde mir so nach und nach klar, wie viele sich persönlich kannten. Diese Frauen reisten um die Welt und zwischen den Kontinenten umher. Trotzten Armut, Anfeindungen, ließen Kinder und (Ehe)Männer zurück. Manchmal.
Feminismus kann afrikanisch sein. Japanisch, chinesisch, gefährlich und vieles mehr. So viele neue Informationen und Sichtweisen wurden vor mir ausgebreitet. Ja, ich mag solche Bücher! Historisch. Ein bisschen trocken und trotzdem lächelte ich ab und zu.
Was nehme ich mit? Die Autorin fragt, was bleibt. Gemeinsam sind wir stärker. Nehmen wir uns den Raum, der uns zusteht. Diese Frauen haben für uns so viel erreicht, weichen wir nicht zurück, sondern bleiben auch in diesen politisch unruhigen Zeiten standhaft! Denn das Private ist immer auch politisch! Sei es Mütterrente, Elterngeld, Care-Arbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vieles mehr.




