
Operation verschoben
15. Januar 2025
„Second home – Auf neuen Wegen“
2. Februar 2025Gedankensplitter
Die Operation, von der ich mir so viel versprach, vor allen Dingen Schmerzfreiheit, war am 17.01.2025. Vor zwei Wochen. Seit diesem Tag habe ich trotz starker Schmerzmittel Schmerzen. Zwar nicht überraschend, aber deutlich vorhanden. Die OP soll lt. Prof. Dr. gut verlaufen sein.
Für meinen linken Ellenbogen gab es eine „Narkosemobilisierung“, was übersetzt nichts anderes heißt, als dass dieser voll gestreckt werden konnte. Allerdings ist dabei sämtliches Narbengewebe gerissen. Also blaue Flecke, Blutergüsse inklusive. Das macht das Gehen mit Gehstützen natürlich schwierig. Die Opiate, anscheinend Schmerzmittel der ersten Wahl, führten in der Klinik zu so großen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, dass sogar der Gastrologe kommen musste. Kostet extra 😁
In der Reha in Bad Griesbach wird alles anders, besser. Schließlich müssen sich die vier Stunden qualvolle Anreise lohnen. Denn ich bin ja nicht nur wegen des Essens hier, welches wirklich ausgezeichnet ist. Mir geht es darum im Laufe der nächsten sechs Monate oder so deutlich schmerzfreier gehen zu können als die letzten ca. 380 Tage zuvor. Noch bin ich davon weit entfernt, Überraschung, Überraschung🥳
Hier sind sie auf einen Fall wie den meinen nicht wirklich eingestellt, was mir wieder und wieder gesagt oder suggeriert wird. Ich kann mein Bein deutlich zu wenig beugen. „Patientin bemüht sich zu wenig“, ganz klar, musste ich mir schon Originalton anhören. Das in der Klinik wegen Personalmangels die Anwendungen ausfielen, geschenkt. Wochenende dazwischen, ohne Anwendungen, geschenkt. Anreisetag, geschenkt. Die Botschaft von verschiedenen Seiten, die momentan immer wieder auf mich einprasselt ist „Sie machen zu wenig!“
Die Motorschiene für passive Bewegung, zu wenige Grad in der Beugung. Kein Wunder, das Knie ist total geschwollen, egal.
Ach ja, achten Sie bitte darauf, nicht zu viel zu machen, die Überforderung zeigt sich manchmal erst zwei bis drei Stunden später. Natürlich nur bis zur Schmerzgrenze.
Ach ja, ich habe Ihre Medikation umgestellt, Sie bekommen ab sofort die höher dosierten Opiate! Sonst machen sie zu wenig. ÄHM, ich bin zwar Laiin, aber ob das künstliche Heraufschieben der Schmerzgrenze gut für mein Knie ist??
Heute fragte ich den Chefarzt bei der Visite, was denn nun mit Therapie für meinen linken Ellenbogen sei, schließlich würde ja auch hier wieder etwas unter Umständen zusammenwachsen, was nicht zusammengehört. „Ach, stimmt, das war noch was. Ich wusste gestern Nachmittag doch, ich wollte noch etwas anschauen. Ihre Röntgenbilder vom Arm! Habe ich vergessen! Aber Sie wissen schon, dass wir für die Therapie des Armes keine Kapazitäten frei haben?“ Übrigens Originalton.
Im Grunde läuft es nach seiner Erklärung darauf hinaus:
Entweder Arm oder Bein, beides geht nicht. Ich war sprachlos und bin verzweifelt. Mein Arm schmerzt ständig, trotz der Schmerzmittel. Hier wird tatsächlich billigend in Kauf genommen, dass der jetzige „Endzustand“ von ca. 135 Grad, normal sind 180 Grad Streckung, sich manifestiert. Oder später wieder sehr schmerzhaft ggf. mit erneuter OP behoben werden muss. Wann immer „später“ dann ist.
Ich fühle mich hier allein gelassen und bin es irgendwie wohl auch. Nicht in der Fallstudie vorgesehen, Pech gehabt. Und dabei bin ich doch Privatpatientin. Vielleicht erhalte ich keine bessere Leistung als Kassenpatienten, aber mit Sicherheit eine deutlich teurere.
Nach diesem ganzen Frust machte ich mich kurz vor Mittag auf in den Bereich „Beauty“, um nach Angeboten und freien Terminen zu fragen. Ich brauchte etwas Nettes ohne Anstrengung und Schmerzen. Und da z.B. unter den Nägeln meines rechten Fußes immer noch das Desinfektionsmittel aus der Klinik klebte, trotz Dusche, fing ich mit Fußpflege an. Ich komme da halt nicht richtig hin. Ja, es gab noch freie Termine. Inzwischen habe ich schöne Füße, nein, gepflegte Füße 😉
Und weil ich von den Opiaten so unglaublich trockenen Haut am gesamten Körper bekommen habe, gibt es nächsten Dienstag den nächsten Termin. „Peeling-Flash“ nennt sich diese Anwendung. Danach soll ich seidenweiche, straffe, leuchtende Haut haben, verspricht zumindest das Prospekt. 😊
Beim Mittagessen erzählte ich von meinen Plänen. Die Tischnachbarinnen rechts und links haben, seitdem sie Schmerzmittel nehmen, übrigens auch sehr trockene Haut, aber deswegen in den Beautybereich einen Ausflug machen, auf die Idee kamen sie bisher nicht. Ihnen konnte geholfen werden.
Ein „Kurschatten“ hat sich eingestellt, ob ich will oder nicht. Seine „Qualifikation“? Er war schon mal in Kiel, tja.
In den Bewegungsgruppen bin ich die Frauenquote, da blieb es wohl nicht aus. Ab und zu ein Kompliment ist ja ganz nett, aber seitdem ich weiß, dass sein Zimmer nur zwei Türen weiter ist, hm. Dorthin wurde ich schon zum Kaffee eingeladen. Immerhin weiß ich aus meinem Zimmer, er hätte auch Tee im Angebot, grins. Aber ich will dieses Angebot nicht. Unterhaltung vor den Kursen und auf dem Gang genügt mir, definitiv.
So, fast ist Zeit für das Abendessen, schon wieder, seufz🤭Die Hosen haben Gummizug, zum Glück. Inzwischen habe ich mich auch schon wieder etwas gefasst. Heilung ist ein individueller Prozess, gerade hier sollten die Angestellten das wissen. Ich werde weiter für meinen Ellenbogen kämpfen, morgen…
Gleich lese ich noch die letzten Seiten aus dem Siegerbuch der „Tüdeltasche“, denn diese Jury hat sich schon entschieden. Und am 08.03.2025 werde ich über die Bühne springen wie ein mittelaltes Reh, yeah.




