Neujahr 2025

„Zeppelino“
29. Dezember 2024
Feminismus kann Leben retten
3. Januar 2025
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#FrauengegenMerz

Es ist Nachmittag, die ersten Stunden des neuen Jahres habe ich hinter mir. Und das Bedürfnis einen Beitrag für meine Webseite zu schreiben. Eigentlich steht das Thema schon fest und dann fällt mein Blick wiederholt auf die letzte Postkarte meines Philosophie-Postkartenkalenders 2024.

Ja, wie wird das neue Jahr werden. Besser? Schlechter? Die Antwort ist immer subjektiv, hängt davon ab, welchen Standpunkt, welchen Standort wir Ende 2024 hatten. Egal, welche Messlatte wir anlegen, entscheidend ist der Ausgangspunkt. Und dann natürlich das „Vergleichsmaterial“. Immer wieder gerne wird verglichen, doch Vergleiche machen im Regelfall unglücklich.
Siehe Wertigkeit eines Sieges in der Qualifikation beim Ski springen: Männer über 3.000 €, Frauen Shampoo, Duschgel und Handtücher. Ey, 2025! Geht‘ s noch? Ja, anscheinend, denn die betroffene Sportlerin rudert beim Interview mit den nächsten Sätzen zurück und sagt: “Ich will ja nicht meckern“ Warum nicht? Warum nicht deutlich machen, dass ihre sportliche Leistung genau so viel wert ist wie die eines Mannes?

Schwierige Zeiten liegen hinter uns, bei den meisten, die ich kenne auf jeden Fall. Bei mir ist es die Gesundheit, die seit Monaten im Argen liegt. Wird 2025 besser werden? Keine Ahnung, aber große Hoffnung. Denn sonst hätte ich keinen Operationstermin für den 14.01.2025, damit ich irgendwann mein rechtes Knie wieder schmerzfrei bewegen kann.

Schwierige Zeiten liegen vor uns und Achtung, ab hier wird es politisch, denn es stehen Wahlen zum Bundestag an. Die Kanzlerkandidaten sind allesamt Männer, irgendwie keine Überraschung, obwohl 50 % des Wahlvolkes weiblich sind, mindestens. Von einer Parität in der Politik sind wir weiter entfernt als in den Jahrzehnten zuvor.

Der Kandidat Friedrich Merz ist für mich absolut unwählbar aufgrund seiner politischen und antifeministischen Haltung, die er überall kundtut.

Früher hätte ich mich rausgehalten, meinen Mund gehalten, meine Finger still. Das ist Politik, misch Dich nicht ein, hätte mein Mann gesagt. Davon verstehst Du nichts. Muss ich etwas verstehen, wenn ich sehe, dass mit meinem Kreuz meine Lebenswelten gestaltet werden? MEINE!

Ich darf zur Wahl gehen und ich habe (noch) die Wahl. Es gibt (noch) in Deutschland die Meinungsfreiheit. Obwohl ich schon von besorgten Stimmen aus dem Freundeskreis höre, dass ich mich nicht so auf Instagram positionieren soll. Oder hier auf meiner Website. Weil, es könnte mich Lesende kosten, evtl. meinen Arbeitgeber auf den Plan rufen, ich würde bei der Preisverleihung des von mir gestifteten Literaturpreises allein auf der Bühne stehen, naja fast. Das wäre es doch nicht wert, oder? DOCH, Widerstand gegen einen alten weißen Mann, der Frauen bestenfalls für 2. Wahl hält, ist es wert. Zum einen will ich mir nach dem 23.02.2025 selbst ins Gesicht sehen können und zum anderen tue ich es für meine Nichten, die zumindest die bisherigen heutigen Freiheiten behalten sollen. Obgleich ich mir für sehr viel mehr wünsche, siehe meinen Beitrag vom 27.12.2024.

Und es gibt keinen leisen Widerstand, keinen halben Mut.

Die Politik für die Merz steht, ist keinesfalls meine. Nach der Forderung „Einführung eines Registers mit Erfassung von Menschen psychischen Erkrankungen als potentielle Gefährderinnen“ des CDU-Kandidaten Linnemann frage ich mich, wo das hinführen soll.

Ich habe Depressionen, bin also als mittelalte Witwe mit deutschen Wurzeln eine Gefahr für andere. Oder diese Forderung ist Rassismus pur. Denn natürlich bin ich nicht gemeint! Oder doch? Schützt mich meine Hautfarbe oder wird Frauen, weiblich gelesenen Personen meines Alters, ein Attentat nicht mehr zugetraut? Jede mögliche Antwort ist ein Skandal!

Und deswegen gehe ich mit meinen Ansichten und persönlichen Geschichten an die Öffentlichkeit. Ich bin #Frauengegenmerz für das niederschwellige Angebot dankbar aktiv etwas gegen den Kanzlerkandidaten Merz zu tun. Wird es Konsequenzen haben? Sicher! Handlungen haben Konsequenzen, Nichtstun hat Konsequenzen, Reden hat Konsequenzen, Schweigen auch. Ich will weiterhin mit mir selbst leben können, und zwar in Frieden.

Und daher kommt jetzt der Rest der Postkarten-Philosophie nach Erich Kästner:

„Seien wir ehrlich: Leben ist IMMER gefährlich!“

Möge der Mut mit Dir sein.