Für das Leben lernen

Männerhände
4. August 2024
So ruhig?
12. August 2024
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mit dem „Ayla Richter Froschkönigin Award“

Der von mir ins Leben gerufene Literaturpreis fordert mich auf vielen Ebenen. Es ist ein „One-Woman-Unternehmen“, aber mit „Bodencrew“. Frauen und Männern, die bei Bedarf Hilfe, Trost, Zeit und eigene Erfahrungswerte und Wissen spenden.

Ich habe Eventmanagerin nicht gelernt, aber zur „Traumerfüllung“ brauche ich entsprechende Fähigkeiten. Der Traum war der Wunsch von einem Preis, der meinen Namen trägt. Entstanden bei meiner Abi-Feier 1982, als ich sah, wie die ersten ihrer Art mit Buchpreisen fremder Stifter und Stiftungen überschüttet wurden, aber die, die es gerade geschafft hatten, unbeachtet blieben. Dieser Wunsch hat mich mehr als zwei Drittel meines Lebens begleitet, mal mehr mal weniger stark, aber immer vorhanden.

Und jetzt ist er Wirklichkeit geworden, der Preis, der meinen Namen trägt. Okay, den meiner Marke „Ayla Richter“ und eine „sie“, die Froschkönigin. Aber diese Marke ist für mich ein ‚Alter Ego‘, die Möglichkeit mich partiell noch einmal neu zu erfinden. „Ayla Richter“ kann und tut inzwischen Dinge, von der ich, Isa, nur träume. „Ayla Richter“ schreibt Tanja Kinkel, die Bestseller-Autorin aus Bamberg an, und bekommt am Ende die Zusage, dass Frau Kinkel als Ehrengästin bei der Preisverleihung am 08.03.2025 anwesend sein wird. Diese Zusage wärmt mein Herz noch immer. Denn sie gibt meinem Preis Prestige, eine Wertigkeit, die die teilnehmenden Frauen zwar meiner Meinung nach uneingeschränkt verdienen, aber eben aus verschiedenen Gründen nicht bekommen.

Ja, Ayla Richter hat auch einen Hauch von Größenwahn, wenn sie „Think big“ so übersetzt, dass sie den Hegelsaal in der Konzerthalle Bamberg bucht, 650 Plätze, weil ihr alle anderen Säle zu klein waren. Aber es muss etwas zu bedeuten haben, abergläubisch bin ich inzwischen auch, oder wie heißt es noch: Es gibt keine Zufälle, wenn der Saal, den Mensch zig Monate, im Voraus buchen muss, ausgerechnet am Internationalen Frauentag noch frei ist? Für eine Frauenveranstaltung!

Wenn ich lapidar bei der Besichtigung des Saales einfach so sage, wie ich immer bin, ganz salopp, ich möchte den Frauenchor aus Bamberg buchen. Und die Dame mir gegenüber sagt, sie würde gerne auf meiner Veranstaltung auftreten mit dem Chor, dem „Mädlesabend“, dem sie angehört. Und mir gleich die Kontaktdaten gibt. Und sich später auch noch kümmert, dass der Chorleiter meine Anfrage beantwortet…

Eventmanagement. Was ist, wenn die Einsendungen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben? Dann gibt es Plan B, eine kleine Buchmesse. Dort können die teilnehmenden Autorinnen auf kleinstem Raum sich selbst und ihre Bücher vorstellen, natürlich auch verkaufen, das habe ich schon geklärt. Also sozusagen ein „Meet & Greet“ nicht nur mit der Froschkönigin herself, also mir, sondern auch mit den zukünftigen Preisträgerinnen. Und ein paar andere lade ich auch noch dazu ein, ich bin die Veranstaltungsleitung😊 Ich muss niemensch um Erlaubnis fragen. Ich habe die Entscheidungsfreiheit und nehme sie mir.

Aber das Ganze hat auch Schattenseiten. Meine Bemühungen die Presse, Funk und Fernsehen zu animieren sind gescheitert, fast zur Gänze. Vom Bayrischen Rundfunk habe ich immerhin eine vage Zusage sich die Preisverleihung anzuschauen, nachdem ich Tanja Kinkel erwähnte. Da habe ich bei der Akquise eindeutig die falschen Mittel erwischt. Schulterzucken, Learning by doing.

Netzwerken ist auch so eine spannende Sache. Mit Männern nach meinen wenigen Erfahrungen geradezu ein Ding der Unmöglichkeit, siehe auch vorherigen Blogbeitrag.

Stammtisch des Vereins „Bamberg Mitte“ vollmundig in der Vereinszeitschrift und so angepriesen als Netzwerk örtlicher Bürger !! (Das hätte mir schon Warnung genug sein müssen!) und Unternehmen. Ich war am Mittwoch dort, und ja, selbstverständlich bin ich vorher eingetreten. Mein Geld und meine Mitgliedschaft als Gewicht bei Forderungen an die Stadt. Gegen meine Anfrage, ob dieser Verein mich und mein Projekt unterstützen könne. Als ich sagte, dass dieser Literaturpreis ausschließlich für Autorinnen sei, wurde ich sofort vom männlichen Vorstand links liegen gelassen. Sprich in Real, setzten sie einfach die bis zu diesen Punkt unterbrochenen Gespräche fort. Unhöflich. Tja. Es geht ja nur um Frauen, die eine Hälfte der Bevölkerung. Aber ich lasse nicht locker, schließlich ist Ende August wieder Stammtisch 😉

Netzwerke, wie ich sie brauche, sind schwierig zu finden, zumindest für mich. Klappt bei LinkedIn auch nicht so, trotzdem hat sich mein Profil dort schon bezahlt gemacht. Und LinkedIn ist schon längst nicht mehr das, als was es früher so beworben wurde. So frei, umsonst und für alle. Nee, nee, auch da geht es inzwischen um Geld, Premiummitgliedschaften etc. Aber inzwischen komme ich zurecht. Was mir fehlt ist die Zeit für einen tiefen Einstieg.

Denn etwas Wichtiges ist mir inzwischen klar geworden: Dieses Hobby, für mich ist es eher Berufung, etwas, was mir liegt und viele Facetten meines selbst anspricht und vereinigt, kostet Zeit und Kraft. Und die habe ich neben meinem Hauptberuf nur begrenzt. Ich lerne auf mich und meine Ressourcen aufzupassen. Wenn abends nichts mehr geht, dann bleibt es bis morgen liegen. Prioritäten setzen und wenn diese Prioritätenliste falsch bestückt war, dieses „Ist“ gelassen hinzunehmen.

Denn dieser Preis, der meinen Namen trägt, gibt mir ja auch unglaublich viel. Bekanntschaft mit Menschen virtuell/digital auf Instagram. Ja, manchmal sind diese Frauen, überwiegend aber nicht nur, für mich auch nicht real, nur Buchstaben auf einem Display. ABER: Mit einigen habe ich schon telefoniert, Sprachnachrichten ausgetauscht. Ein Teil ist so echt wie ich in dem Moment „Ayla Richter“. Die eine und andere hat fest zugesagt zur Preisverleihung zu kommen, trotz langer Anreise. Und auch das macht etwas mit mir, nämlich mich glücklich (kurzer Moment) und zufrieden (langanhaltend). Vor Australien, auch Wunscherfüllung, kannte ich den Zustand „Zufriedenheit“ noch nicht einmal. Aber das nur als Randnotiz.

Ich bekomme positives Feedback von Personen, in Real, also im echten Leben, von denen ich es nie erwartet hätte. Menschen, die sich mit mir freuen, gestalten, helfen, Ideen einbringen, Sparringspartner sind, mir zeigen, dass wir viele sind.

Saal habe ich, am Rahmenprogramm arbeite ich, denn so eine Preisverleihung “nur“ mit mir auf der Bühne reicht mir nicht. Da gehört schon Musik dazu, Chor vielleicht. Und professionelle Moderation. Ich dachte da zunächst an die „Bamberger Improniker“, schließlich geht das Event ohne Probe über die Bühne. Aber die Herren wollen nicht, wie eine telefonische Nachfrage auf meine E-Mail ergab. Eine klare Absage scheint in deren Repertoire zu fehlen ☹. Schade. „Anstand und Respekt“ schreibe ich da nur.

Aber es gibt ja noch andere Improniker in der Gegend, wir leben schließlich im Großraum Nürnberg. Und ansonsten kenne ich da noch eine Dame aus München… Ich gebe nicht auf, noch nicht. Warum auch, der 08.03.2025 ist ja noch ein bisschen hin.

Obwohl, so nach den Ferien hier in Bayern sollte der Kartenvorverkauf schon starten. Schließlich kommen nur die Autorinnen, Ehrengästinnen und die Jury kostenfrei in den Saal. Okay, mein Kind auch. Aber dann ist Schluss.
Und wie kalkuliere ich die Preise? Gar nicht, denn es geht dabei lediglich um einen Kostenzuschuss. Und wir alle wissen ja, was nichts kostet, ist bei sehr vielen nichts wert. Der Preis liegt jetzt zuzüglich Vorverkaufsgebühr sehr knapp unter 20 €, beinhaltet aber ein Freigetränk, Sekt oder Selters, und die Garderobe. Und dann finde ich den Preis angemessen. Schließlich geht es hier um Kunst und Kultur. Und ja, auch um Solidarität mit Frauen im Allgemeinen, so am Internationalen Frauentag.

Ja, auch heute am Sonntag, dem Tag des Herrn, hat die Frau viel zu tun. Nix mit ruhn.