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29. Juli 2024Über weibliche Scham
Buchbesprechung statt Bügeln oder Papierkram. Denn dieses Buch von Anika Landsteiner mit dem Titel „Sorry, not sorry“ ist es wert besprochen zu werden.
Untertitel „Über die weibliche Scham“. Im „entschuldigen“ war ich groß, Großmeisterin sozusagen. Aber ich hätte meinen früheren „Entschuldigungswahn“ nie mit Scham in Verbindung gebracht. Heute bin ich schlauer.
Scham, ja, Fremdschämen war mir bekannt, habe ich selten, aber…
Eine Kapitelüberschrift heißt „Warten Sie noch auf jemanden?“ Da musste ich schmunzeln. Wie oft wird mir diese Frage beim Betreten eines Restaurants gestellt. Oder abgewandelt „Für zwei, oder?“ Obwohl ich vorher laut und deutlich gesagt habe „Ich möchte bei Ihnen essen.“ Nicht wir, sondern ich. Trotzdem wird sehr oft mehr als einmal nachgefragt. In einem sehr guten Restaurant solange bis ich fragte, ob ich mir jetzt noch jemanden von der Straße holen müsse, um hier zu speisen? Will die Bedienung nur nett sein? Nein, ich denke nicht. Denn Männer, die allein essen wollen, das habe ich oft genug beobachtet, werden nicht so befragt wie ich. Ich, die singuläre Frau.
Kann Wut ein Zeichen von Scham sein? Auch dazu gibt es eine Antwort im Buch.
Wider dem „Jungendlichkeitswahn“. Ich bin deutlich älter als die Autorin, ich komme mit meinem Alter zurecht. Ich mag die Komplimente meiner Kosmetikerin zur Qualität meiner Haut, geerbt. Ich starte jetzt voll durch, aber auch nur, weil ich als Witwe die Mittel und die Zeit dazu habe.
Dieser Satz bringt mich direkt zum Kapitel „Bitch better have my money“. Auch da erkannte ich mich ab und zu in den Beschreibungen wieder, auch wenn ich bisher „nur“ ein Buch, mein Gott, wirklich erst eins, als Selfpublisherin herausgab. Und mein Geld doch lieber selbst ausgebe statt auf übermorgen zu warten…
Mir machte das Buch beim Lesen viel Spaß und der eine und andere „Aha-Moment“ war dabei. Vieles, was dort aufgeschrieben steht, hatte ich mir auch schon gedacht. Oder so ähnlich erlebt.
Juhu, ich bin nicht allein! Scham und Feminismus sind hier eine wunderbare Symbiose eingegangen, finde ich.




