Nichts gemacht?!

„Von Geistern und Schatten“
11. Juli 2024
Fünffinger-Challenge
20. Juli 2024
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Wider dem inneren Schweinehund oder mit ihm?

Eigentlich sollte ich jetzt meinen „Job“ als Testleserin erledigen. Oder aber mindestens das Badezimmer putzen, ist schon wieder staubig. Das habe ich heute Morgen im Licht der Sonne deutlich gesehen. Genauso wie Fenster putzen! So kann es doch nicht bleiben mit Staub und Schmutz und Schlieren. Was sollen denn die Nachbarn denken.
Oder Fahrrad fahren, weil gut für meine Knie. Oder bügeln, gut zur Abnahme des Wäscheberges. Aber ich mach nichts von all dem, sondern sitze hier am Laptop und haue in die Tasten. Genau danach ist mir momentan. Nach einem kleinen oder großen Blogbeitrag.

Über das gefühlte oder tatsächliche „Nichtstun“. Das nur nichts „Produktives“ tun? Ich bin heute ein bisschen durch den Tag gegammelt. Und? Wen stört’s? Ein wenig mich selbst, denn ich bin so richtigen Müßiggang immer noch nicht gewohnt. Ein Nichtstun, auf dem Balkon sitzen, den Wolken beim Wandern zusehen. Hm.

Warum habe ich ab und zu den Hauch eines schlechten Gewissens? Warum kann ich das Unterlassen nicht genießen? Dieses ständige „Eigentlich solltest Du aber.“ Ja, ich rede mit mir selbst in der zweiten Person. Was soll und muss ich denn wirklich? Ich lebe alleine, Unordnung dürfte also außer mir selbst niemensch stören. Ungeputzte Fenster auch nicht. Außerdem ist morgen ja auch noch ein Tag..
Und wenn nicht, wäre Putzen eh Zeitverschwendung gewesen…

Habe ich heute wirklich nichts gemacht? Wann ist etwas immer noch „Nichts“? Aufgestanden, gefrühstückt, sogar den Tisch abgedeckt, das Geschirr in die Spülmasche gepackt. Angezogen, ja, für FKK war es heute doch zu kalt.

Einkaufen gewesen für meinen Sohn, diesen heimgesucht, denn tatsächlich stand ne Runde Räumen und Aussortieren auf dem Programm. Aber als ich nach einer knappen Stunde Fahrzeit ankam, stellte sich raus, dass dieser Einsatz krankheitsbedingt ins Wasser fiel.

Naja, weil ich schon mal da war, habe ich als übergriffige Mutter das Bad geputzt, ich wollte es a) benutzen und konnte b) den Istzustand nicht mehr sehen. Wie so vieles in dem Haus, welches mein Kind offensichtlich Betrügern abgekauft hatte. Es regnet in viele Ecken rein, ja, in Echt, der Keller ist durchfeuchtet und schimmelt, auch und gerade die neuen Anbauten sind undicht. Schwarzarbeiten und absoluter Pfusch am Bau. Sachverständige bestätigen das zwar, aber um überhaupt einen Termin vor Gericht zu bekommen, ist ein sehr zähes Vorverfahren durchzuführen. Ziemlich genau nach 2 Jahren gibt es jetzt den ersten Gerichtstermin im November.
Gütetermin. Anschließend Hauptverhandlung, aber es sind keine Zeugen geladen… Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Derweil hat mein Kind eine depressive Phase nach der anderen, lässt Haushalt und Papierkram schleifen, geht immerhin noch mit Eifer zur Arbeit, besser als nichts. Und ich sehe ihn Abrutschen und kann kaum etwas tun. Schlimm für mich als Mutter. Dabei hatte er bis zum Hauskauf ein relativ schönes geregeltes Leben. Und jetzt? Verbringt er die Freizeit lieber in seinem Anhänger, seiner kleinen Werkstatt, weil er sich dort wohl fühlt. Weil dort die Klimaanlage funktioniert, der Kühlschrank gefüllt ist und es trocken ist, auch bei Sturm. Tja, was so eine Fehlentscheidung, hier Kauf des falschen Hauses, alles bewirken kann.

Aber das war ein kleiner Exkurs, denn mittags war ich ja schon wieder zu Hause, nachdem ich noch für mich selbst ein paar Teile eingekauft hatte. Ab und zu braucht selbst mein Kühlschrank Nahrung😉

Wäsche aufgehängt, nach meinem Kurzurlaub in Wien ergab sich doch ein bisschen was zum Waschen. Ausruhen. Entspanntes Zeitunglesen, Emails checken, ah, nächste Woche gibt es das Interview wegen meines Literaturpreises endlich gedruckt. Etwas bei Kleinanzeigen unter „zu verschenken“ reingestellt, ich brauche den Platz im Keller. Nach 30 Minuten schon weg. Gut. Naja, Versand statt Abholung, also einpacken, sprich Karton suchen. Langsam nimmt mein Vorrat unter der Treppe ab. Auch gut.

Und bevor ich hier das Tippen anfing, noch schnell einen Interview-Termin ausgemacht, für eine Podcast Folge und You Tube Video. Was mache ich nicht alles, damit der Literaturpreis, der meinen (Marken)Namen trägt, ein Erfolg wird.

Die Autorinnen haben es verdient. Und mich macht es zufrieden. Das Projektmanagement fordert mich, aber überfordert mich noch nicht. Obwohl, die Exeltabelle im dritten Versuch läuft immer noch nicht, vielleicht schalte ich eine Suchanzeige. Was soll’s.

So, 19.00 Uhr. Noch ein bisschen Kontaktpflege auf Instagram, ein bisschen stricken und huch, der kleine Hunger ist ja auch schon wieder da 😊

Nichts gemacht – eigentlich!