
„Glutnacht“
11. Januar 2024
Buchtipp für Farbliebhaber/-innen
26. Januar 2024Wenn sechs Wochen doch zu wenig sind
Gestern war ein regnerischer Tag, Dauerregen. Und ich war gebucht auf eine Ausflugstour, deren Höhepunkte im „Landschaft gucken“ bestanden. Aber es waren keine Landschaften zu sehen. Tja. Obwohl ich Regenjacke und Regenschirm dabeihatte, waren nach sehr kurzer Zeit Schuhe und Füße nass. Andere Leute aus der Gruppe hatten keine Hemmungen Regenwasser von ihrem Schirm auf anderer Leute Füße tropfen zu lassen, unangenehm. Und kalt wurde mir auch langsam. Gegen die Kälte konnte ich etwas tun, ich kaufte mir im Souvenirshop in den Blue Mountains den einzigen Pullover, der passte. Ha, teuer, aber was soll frau machen? Wie ich später las, dafür mit 50 % Seawool. Wenn das den hohen Preis nicht rechtfertigt, dann weiß ich es auch nicht 😉
Für die Schuhe und Füße ergab sich zumindest temporär auch eine Lösung: Ich fand einen leeren „Restroom“ und steckte meine Schuhe und Socken in den Händetrockner. Ich hatte ganze 7 Minuten, bis eine asiatische Reisegruppe kam und ich den Händetrockner frei geben musste. Was für ein wohliges Gefühl trockene warme Socken😊 Hielt leider nur bis zum nächsten Außentermin…
Heute bin ich müde und erschöpft, kein Wunder. Und regnen, regnen tut es immer wieder. Naja, heute ist mein letzter Tag, steht eh fast nichts auf der Agenda. Gepackt wird morgen.
Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass das freie Leben zu Ende sein soll. Dass 40 Tage Urlaub schon rum sein sollen! Wo ist die Zeit geblieben? Das Leben ohne Sorgen mit minimalen Gedanken an Morgen, was für eine Befreiung für meine Seele.
Ich machte, was ich mochte, was sich aus der Situation ergab. In Sydney, wo ich alleine war, noch mehr als vorher zu zweit. Ich stelle Regeln auf und verwerfe sie am nächsten Tag. Und nichts passiert! Es ist nämlich völlig egal, ob ich vor dem Frühstück schwimmen gehe oder nicht. Okay, für meinen Körper vielleicht nicht, aber für meinen Geist und meine Seele.
Es ist so interessant meine eigenen Glaubenssätze immer wieder zu hinterfragen. Mich einfach treiben zu lassen. Wenn ich Bus A mal wieder verpasse, weil Google-Maps und ich einfach nicht kompatibel sind, dann nehme ich Bus B oder gehe ein Stück zu Fuß. Ich wohne so zentral, da ist Gehen immer eine Option. Außer abends nach dem Besuch eines Theaterstücks in der Sydney Opera. Da will ich im Dunkeln schon gefahren werden und nicht vom Taxifahrer hören, dass es nicht weit sei und ich doch zu Fuß gehen oder einen Bus nehmen könne… Beim 2. Mal sagte ich dem Taxifahrer gleich, dass es nur eine „short Distance“ sei. Kein Problem. War es dann auch nicht und 2 $ günstiger.
Morgen Flughafen. Ich kann es mir immer noch nicht vorstellen, zurück ins alte neue Leben. Zu den Verpflichtungen, der Arbeit und den Querelen dort. Wie konnte es nur geschehen, dass die Versetzung einer einzigen Person so ein Desaster über Monate hinweg heraufbeschwor? Alle waren anfangs guten Muts und trotzdem ging beim Zimmer- und Platztausch so viel emotional schief. Ich merke, so etwas will und brauche ich nicht mehr.
Ich will meinen Blog, meinen Instagram-Account, ja, auf dem war ich während meines Urlaubs relativ präsent, meine Ausflüge und meine Freunde treffen. Ein entspanntes Leben. Wenn ich in Australien so zufrieden war, kann es doch eigentlich nicht schwer sein ein bisschen Zufriedenheit im Gepäck mit nach Deutschland zurückzubringen. Platz genug habe ich ja im neuen Koffer, noch.
So, und jetzt noch beim letzten Spaziergang um das Hotel herum eine Prise Wehmut weg atmen. Und wenn das nicht hilft, auch egal. Tränen werden schon für irgendwas gut sein…









