Federn lassen?

Lesezeit

15. Juli 2023

„Perpetual Poetry“ Alexa Franca

2. August 2023

Lesezeit

15. Juli 2023

„Perpetual Poetry“ Alexa Franca

2. August 2023

Nein, Haare ab.

Wenigstens ein bisschen. Ich brauchte einen neuen Haarschnitt, einen, der zu einer weiteren Veränderung in meinem Leben passt. Nein, falsch, der zu mir passt. Ins Hier und Heute🥳

Die letzte leichte Typveränderung ging mit großen Veränderungen in meinem Leben einher, Wahlkampf im Rahmen der Wahl zum örtlichen Personalrat, Website etc. Heute ist es nicht weniger spektakulär, sondern einfach nur anders.

Ich habe mich spontan entschieden, wirklich von der einen zur anderen Nanosekunde den letzten großen Ballast aus meiner Ehe zu verkaufen. Den mehr als einmal zum Alptraum gewordenen Traum meines Mannes. Das Mietshaus, dessen Renovierung zu seinem neuen Hobby wurde, bis er mittendrin das Hobby wechselte…

Aber ganz alte Zeiten sollen hier nicht das Thema sein, sondern eher die jüngere Vergangenheit. Den Verkauf in Eigenregie übernehmen wollte ich nicht, ich will Stress abbauen und nicht neuen generieren. Also beauftragte ich mit dem Verkauf das Maklerbüro, mit dem ich schon in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet hatte.

Aber gestern ist nicht heute und so gab es schon nach kurzer Zeit ein, höflich ausgedrückt, „Kommunikationsproblem“, welches mir massive Magenschmerzen bescherte. Sofort besser wurde es als ich die Federführung und Kommunikation an mein Kind abgab. Einer Kündigung stimmte der Makler nicht zu, verständlich, da es zwei definitiv Kauf interessierte Parteien gab. Eine Verweigerungshaltung, die mir durchaus in den Sinn kam, hätte dazu geführt, dass ich das Objekt erst zum Winter wieder hätte anbieten können, wer weiß, wie sich bis dahin die Wirtschaft entwickelt…

Inzwischen habe ich nächste Woche den Notartermin. Finde ich gut, voller Vorfreude auf mehr freie Zeit in der Zukunft! Aber davor ist jede Menge zu erledigen, Papierkram über Kopieren der Mietverträge oder zumindest einscannen, Gespräche mit der Bank, vor allen Dingen auch mit den Mietern und Mieterinnen, die verständlicherweise beunruhigt sind. Ich habe im Mietvertrag eine „Indexmiete“ vereinbart, weil es auf dem Land so gut wie keine Vergleichsmieten gibt. Das bedeutet ich könnte theoretisch jedes Jahr die Miete anhand der Inflation erhöhen. Davon habe ich allerdings nur sehr mäßig Gebrauch gemacht. Denn wie ich herausfand: Nur zufriedene Mieter sind gute Mieter! Sprich Mieter, die sehr wenig Arbeit machen, sondern sich selbst um ihren Kram kümmern.

Und dann sind da ja noch ein randvoller Kellerraum und Garage. Was für ein Berg an ach so wertvollen Gegenständen. Die müssen geräumt werden. Aber wohin? Im feuchten Haus meines Kindes ist vielleicht Platz, aber dann könnten die meisten Objekte, vor allen Dingen die elektrischen Sachen, gleich entsorgt werden…
Wäre schade drum. Hofbox? Nach Wasserschaden und Madenbefall keine Alternative, gut, es gibt auch woanders Lagerraum, aber uns fiel etwas ein, was ich persönlich sehr viel besser finde: Ich kaufe mir einen Kofferanhänger und verstaue die Sachen dort. So ein Teil hat einen sehr geringen Wertverlust und sollte mein Kind doch den Hauskauf wegen erheblicher verschwiegener Mängel rückabwickeln können, bräuchten wir nur ankuppeln und nicht schon wieder Tragen und Räumen😊

Und, so ein Kofferanhänger hat ja schöne glatte Seitenwände! Nachdem ich gesehen habe, was da so geht, werde ich die folieren lassen, so richtig den Anhänger zu „meinem“ machen. Ja, bezüglich „meins“ habe ich immer noch ein Defizit, aber es wird. Und vor der Folierung brauche ich natürlich Ideen für ein Motiv. Inzwischen habe ich die, denn auf die eine Seite kommt Werbung für mein Buch, ganz klar, selbstverständlich, bräuchten wir eigentlich gar nicht drüber reden🤣🤣 Und auf die zweite Seite eine Version von „Wonder Woman 2.0“.
Wie auch immer die heute im Jahr 2023 aussehen mag. Allein der Klang beim Aussprechen: „Wonder Woman Isa“

Den Anschub dazu habe ich von einer Instagram-Bekanntschaft, die meinen dortigen Avatar cool fand. Ich auch😊. Aber nur die Übernahme eins zu eins, war mir zu wenig, und dann die Frage nach den Urheberrechten und und und. Aber „Wonder Woman 2.0“ als Grundidee für einen „Pitch“, einen Design-Wettbewerb finde ich voll cool. Mir zeigte die Ausschreibung für mein Buchcover, was alles möglich sein kann mit wenigen Vorgaben, wenn der Fantasie freien Lauf gelassen wird. Ja, das will ich noch einmal, mindestens. Ich bin schon dabei die Dateien, die dafür benötigt werden, zusammenzustellen, aber für die Ausschreibung selbst brauche ich einen freien Nachmittag. Und der ist gerade Mangelware.

Immer ist irgendwas zu tun, wie habe ich das früher alles geschafft? Okay, die tägliche Ruhepause von mindestens 45 Minuten frisst viel Zeit, ich werde langsamer, aber reicht das als Grund? Natürlich verschieben sich die Prioritäten, jetzt, wo ich allein lebe, aber ab und zu putzen für das eigene Wohl muss sein, auch einkaufen, Wäsche, ja, auch wenn bei tropischen Temperaturen deutlich weniger Stoff gewaschen werden muss. Freundschaftspflege, gerne, ist ein Geben und Nehmen. Momentan habe ich weniger Bedarf, gebe wie immer mein Bestes, Zeit und Ideen. Passt. Ich selbst bin oft überrascht, was für Folgen die eine oder andere meiner Ideen durchaus hat!

„Mentorin“ ist so eine neue Bezeichnung, die ich von Alexa Franca und Daniela Gesslein zu hören bekam. Zwei Autorinnen, die ich einlud in meinem Wohnzimmer zu lesen. Sich selbst und ihre Bücher vorzustellen. Ich mag das, das Teilen von Wissen, Solidarität, das Ungewöhnliche, jenseits von ausgetretenen Pfaden wandeln, mich auszuprobieren. Und immer wissend, dass ich Menschen habe, die mir bei einem Sturz wieder aufhelfen! Ich Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen habe. Auch wenn der Weg manches Mal kaum sichtbar ist. Aber Kolumbus ist ja auch nicht aufgebrochen eine bekannte Welt zu entdecken!

Ich schweife ab. Oder? Nein, ich bin mittendrin in meinem neuen Leben, dem Leben, dessen Existenz ich mir damals vor knapp 5,5 Jahren nicht einmal vorstellen konnte! Und mit jedem abgeworfenen Ballast ist es leichter für mich „Fliegen zu lernen“
Ja, ich glaube das Buch „Fliegen lernen“ von Sebastian Meschenmoser werde ich im Rahmen der Lesejury-Challenge auf Instagram vorstellen, sobald es um ein dünnes Buch geht: „Fliegen lernen“ handelt nämlich von einem Pinguin, der Fliegen möchte. Es ist wunderbar illustriert. Ich bin kein Pinguin, aber ich will nach oben, in die Luft. Sofort, denn das Morgen ist ungewiss.

Und somit machen die abgeschnittenen Haare durchaus Sinn, wieder ein paar Gramm leichter.

Und wann fliegst Du?