
Meine Maschen, das Handarbeitstagebuch
1. März 2023
Equal Pay Day 2023
10. März 2023Einlagern hat auch seine Tücken
Sekt zum Frühstück ist nicht so meins, aber heute gab es eine Party mit mir selbst 😉 Der Fruchtsecco musste weg, ich brauche den Platz im Kühlschrank, vielleicht. Platz, ja, dieses Wort ist das Stichwort, der Anlass für die kleine Feier im engsten Personenkreis.
Ich räumte gestern mit meinem Kind das Lager in Hof, die Hofbox. Diese hatte ich letztes Jahr gemietet, um meine Sachen, naja, eher die Werkzeuge und Maschinen meines verstorbenen Mannes, unterzubringen. In meinem Keller in der Mietwohnung war einfach kein Platz mehr, bei meinem Kind ebenso wenig. Was als kurze Übergangslösung gedacht war, zog sich dann doch fast ein Jahr hin. Den Umständen geschuldet wie massiver Madenbefall im Eingangsbereich bis spät in den Herbst hinein, Wasserschaden gerade bei den „emotionalen“ Gegenständen, kaum Zeit. Aber auch unserer Unlust sich noch ein weiteres Mal mit diesen Dingen auseinander zu setzen. Diese „Dinge“ der Sammelwahn meines dahingeschiedenen Mannes, dem Ärger mit dem Käufer meines Hauses, der dahinter liegenden körperlichen Anstrengung, den Emotionen. Alles nicht so einfach.
Das merkte ich heute Morgen nach dem Wachwerden zu nachtschlafender Zeit. Kein Wille zum Aufstehen, Liegenbleiben als einzige Option. Naja, ich hatte heute nicht wirklich was vor. Das Wetter war ja auch nicht der Hit. Der Muskelkater erträglich. Was soll’s.
Mit der Aufgabe, der Räumung der Lagerstätte, fand wieder ein Kapitel ein Ende, einen Abschluss. Gut so. Bald ist das „Buch meines alten Lebens“ fertig, so weit das denn geht. Denn Erinnerungen lassen sich nicht so einfach verschließen, da hilft kein „Klappe zu, Affe tot“. Da kommt doch immer mal wieder ein Springteufel aus irgendeiner Ecke hervorgesprungen. Daher war es gut beim Ein- und Ausladen zu reflektieren, was wir hier überhaupt machen. Warum haben wir genau diese Bretter mitgenommen? Wert ist, im Hinblick auf die anteilige Lagergebühr, Null, maximal. Ach ja, weil mein Hauskäufer sich als ein Arsch entpuppte, und wir ihm am Ende sogar das Schwarze unter den Nägeln missgönnten. Stimmt, so war das.
Bei den am Ende sieben Kabeltrommeln hatten wir wohl selbst den Überblick verloren, sonst hätten wir schon vor der Einlagerung den Versuch einer Scheidung durch Verkauf oder Schenkung unternommen. Und die drei Tischkreissägen, was ist damit? Dasselbe wie mit den zwei Schweißgeräten: Alles für verschiedene Verwendungszwecke, na dann. Das eine und andere können wir mit Sicherheit noch zu Geld machen, denn mache Teile sind tatsächlich hochwertig. Und damit meine ich nicht meine Makita-Sammlung.
Ein Abschnitt, ein Einschnitt, eine Zäsur: Denn es ist klar, dass diese Teile, meine geerbten Werkzeuge, Bauteile, Ersatzteile etc. nun langsam in das Eigentum meines Kindes übergehen werden. Ich habe dafür einfach keine Verwendung mehr, in einer Mietwohnung. Das Rad dreht sich weiter.
Am Ende, nach dem Fegen, besenreine Übergabe einfach per Foto und Mail, stellte sich ein Gefühl der Erleichterung ein! Das hatte ich nicht erwartet, mir war bis dahin nicht klar, wie viel Druck eingelagertes Zeugs ausüben kann, einfach durch bloße Anwesenheit. Ich weiß nicht, ob ich es gut finde oder nicht, die Freiheit schon, aber die Weitergabe meiner Makita-Motorsäge? Andererseits, die Schlagbohrmaschine mit Absaugfunktion, ein wirklich geiles Teil, dessen Bedienung für mich allerdings ein Buch mit sieben Siegeln ist, steht noch im Hauswirtschaftsraum um die Ecke. Die Heckenschere im Keller. Es ist noch nicht alles verloren😊
Ich könnte also beim nächsten Date doch glatt fragen: „Darf ich Dir meine Makita-Sammlung zeigen?“ Ich lächle jetzt schon. Vieles gut.




