Gutschein

„Egoproblem“?

26. Januar 2023

Für jede/n ein Stück vom Kuchen?

11. Februar 2023

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Gutscheine sind so eine Sache

Es gibt die einfachen, die über einen Betrag x lauten, die, die auf eine bestimmte Sache ausgestellt sind wie „Karten für die Offene Bühne am 18.03 in München“, und dann solche wie die meiner Freundin, der Autorin. Sie schenkte mir Zeit. Aber nicht einfach so eine Stunde zum Kaffee/Tee oder gegenseitigem Rückenkraulen, nein, diese Zeit war an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Im ersten Moment schien die Einlösung ganz einfach zu sein, doch dann las ich mir die „Bedingungen“ noch einmal durch: Etwas, was ich noch nicht gemacht habe, never ever. Okay, da gibt es tausende von Dingen. Etwas, was ich immer schon mal machen wollte. Hm, das würde bedeuten, dass ich eine sogenannte „Bucket List“ habe, habe ich aber nicht (mehr).

Dann gab es ungeschriebene Bedingungen, auch ganz klar, nur mit ungeschriebenen Dingen ist das so nee Sache. Ungeschrieben im speziellen Fall: Freundin bezahlt, juchhe, aber natürlich darf es nur so teuer sein, dass ich mich bei der Anmahne der materiellen Seite des Geschenks noch wohl fühle. Dann soll die Einlösung auch der anderen Person etwas „bringen“ und nicht nur einen leeren Geldbeutel und gähnende Langeweile. Habe ich zumindest so interpretiert. Ungeschrieben halt. All das musste bedacht werden, und noch viel mehr wie der zeitliche Rahmen, wo und wie…

Alles nicht so einfach, eine echte Herausforderung, meine erste Idee habe ich erstmal zurückgestellt: Bodypainting. Das war das, was mir als erstes einfiel, Menschen sind verschieden, ich auch.

Den ersten Gutschein lösten wir am Ende ganz locker und mit einer gewissen Neugierde ein. Es war wirklich etwas Besonderes: Restorative Yoga, meine Münchener Freundin hatte mir immer davon vorgeschwärmt, aber allein hatte ich darauf keinen Bock. Aber so zu zweit? Ja, beide keine Ahnung, auf was wir uns da einließen, sehr entspannend das Ganze in einer super schönen Location in der Alten Seilerei in Bamberg. Kann ich wieder machen. Auch wenn meine Muskeln mir an nächsten Tag doch tatsächlich erzählen wollten, sie hätten sehr schwer gearbeitet😉

Der Weihnachtsgutschein war schwieriger einzulösen, obwohl ziemlich schnell klar war, was es dieses Mal sein sollte: Trommeln. Habe ich ein Rhythmusgefühl? Brauche ich es mir mal die Seele aus dem Leib zu trommeln? Wie geht trommeln überhaupt? Ich habe auch heute nach Einlösung des Gutscheins keine Antwort auf die Fragen, denn am Ende buchten wir einen kurzen Schlagzeug-Workshop. Auf diese Idee wäre ich nicht gekommen, wenn die angemailten Trommellehrer geantwortet hätten! Allein die Fragen zur Vorbereitung, puh, naja, eher die Antworten darauf. Wir sozusagen mit keiner Ahnung von nichts.
Schnell stellte sich heraus, dass unser Lehrer genauso nervös war wie wir, anfangs zumindest. Unser Wunsch gehört also nicht zu den Dingen, die mit Standartantworten erledigt werden konnten. Gut so. Ich für meinen Teil hatte sehr viel Spaß, ganz leichte Erfolgserlebnisse und den Hauch einer Vorstellung davon, was Schlagzeugspielerinnen alles können müssen. Mir machten die 90 Minuten auf jeden Fall Lust auf mehr.

Mehr Abenteuer. Mehr „ich probiere mich aus“, schauen wo es hinführt. Für mich persönlich mit Sicherheit zum freien Tanz, das will ich seit dem Tod meines Mannes seit fast fünf Jahren tatsächlich einmal machen, also habe ich doch eine „Löffelliste“. Vielleicht sogar zum Tango, soll in Finnland, dem Altersruhesitz meiner Freundin, zum Standardtanz gehören. Schlussendlich, was bedeutet schon ein schlechtes Abschneiden in der Tanzschule meiner Jugend 40 Jahre später? Eine Erinnerung, vielleicht noch nicht einmal mehr das.

Meine Freundin dagegen tendiert zu Töpfern an der Drehscheibe. Ja, warum nicht, da bleibt dann eventuell der „Schiefe Turm von Isa“ übrig. 😊